Papst Franziskus und Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella haben sich in Grußbotschaften an die Teilnehmer des am Dienstag, 18. August 2020, begonnenen Katholiken-Treffens in Rimini gewandt.
Der Papst übermittelte in einem vom Vatikan veröffentlichten Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin seinen Segen für die 41. Auflage der Veranstaltung und sicherte den Teilnehmern an dem Treffen, das so etwas wie Italiens Katholikentag ist, seine Nähe und sein Gebet zu. Auch Staatspräsident Mattarella mahnte in seinem Grußwort einen Neustart Italiens ein, der unter einem europäischen Geist stehen sollte.
Das jährliche "Meeting Rimini" dauert in diesem Jahr von Dienstag bis Sonntag und findet heuer aufgrund der Pandemie im Wesentlichen online statt. Zentrales Thema des von katholischen Laien organisierten Treffen in der Adriastadt, sind die Herausforderungen und Chancen der Corona-Krise.
Auf der Suche "nach Gütern statt nach dem Guten" hätten sich viele Menschen zu sehr auf ihre eigenen Belange konzentriert, heißt es in der von Kardinal Parolin unterzeichneten Botschaft. Dabei hätten sie eine wichtige Fähigkeit verloren: das kindliche Staunen beim Blick auf die Wirklichkeit. Das Rimini-Meeting sei ein "kraftvoller Aufruf", dieses ursprüngliche Gefühl wiederzuerlangen, um so die Herzen der Menschen zu erreichen.
Italien habe in der Pandemie einmal mehr seine moralische und bürgerliche Kraft bewiesen, erklärte Staatspräsident Mattarella. Nun gelte es, den Wandel aufzugreifen, zu dem sich die EU in ihrer Antwort auf die Pandemie fähig gezeigt habe, schrieb der Präsident in seiner Botschaft.
Ein Aufschwung sei dann möglich, wenn zu den unterschiedlichen Interessen auch Gestaltungsfähigkeit und eine ganzheitliche Entwicklung sowie der Einsatz für Menschlichkeit hinzukämen. Zugleich warnte Mattarella vor Tendenzen zu Abschottung, Ressentiments und Feindseligkeit.
Das von der katholischen Gemeinschaft Comunione e Liberazione ausgerichtete "Meeting Rimini" findet seit 1980 jährlich in der zweiten Augusthälfte statt. Dabei stehen teils prominent besetzte Vorträge und Veranstaltungen zu religiösen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen auf dem Programm. In früheren Jahren zog das Treffen mehrere Hunderttausend Besucher an.
Heuer sind vor Ort wegen der Corona-Einschränkungen nur wenige Teilnehmer zugelassen, die Veranstaltungen werden aber komplett gestreamt. Wegen der Pandemie gibt es im dortigen Kongresszentrum täglich nur zwei Veranstaltungen, an denen jeweils 300 Gäste auch physisch teilnehmen können
Vorgesehen ist auch ein Online-Konzertabend mit 100 jugendlichen Musikern aus ganz Europa. Unter den prominenten Rednern befinden sich u.a. der frühere EZB-Chef Mario Draghi, der das "Meeting Rimini" am Dienstagvormittag eröffnete, sowie der Präsident des Europaparlamentes, Davide Sassoli.
Info: www.meetingrimini.org