Papst Franziskus hat bei seinem Mittagsgebet Regina Coeli der Christen gedacht, die an diesem Sonntag das Osterfest feiern. Besonders würdigte er in diesem Zusammenhang die katholischen Ostkirchen, die aus ökumenischen Erwägungen das Osterfest gemeinsam mit den orthodoxen Christen begehen. Franziskus hatte die Heilige Messe zum Barmherzigkeitssonntag in der vatikannahen Kirche Santo Spirito in Sassia gefeiert. Bei seinem direkt anschließenden Mittagsgebet sagte er u.a. wörtlich: "Ich wünsche den Brüdern und Schwestern der Ostkirchen, die heute das Osterfest feiern, ein gesegnetes Fest. Gemeinsam verkünden wir: 'Der Herr ist wahrhaft auferstanden!'"
Gerade in dieser Zeit der Prüfung sei zu spüren, "was für ein großes Geschenk die Hoffnung ist, die aus der Auferstehung mit Christus erwächst". Besonders freue er sich mich mit den katholischen Gemeinschaften des Ostens, die aus ökumenischen Gründen Ostern zusammen mit den Orthodoxen feiern, so der Papst: "Möge diese Brüderlichkeit ein Trost sein, wo die Christen eine kleine Minderheit sind."
"Sonntag der Barmherzigkeit"
Der Papst kam beim Mittagsgebet auch nochmals auf den "Sonntag der Barmherzigkeit" zu sprechen. Es sei sehr bedeutsam gewesen, "die Eucharistie hier zu feiern, in der Kirche Santo Spirito in Sassia, die Johannes Paul II. als Heiligtum der göttlichen Barmherzigkeit wollte", sagte Franziskus. - Die Kirche Santo Spirito in Sassia ist besonders mit der Verehrung der polnischen Ordensfrau Faustina Kowalska (1905-1938) verbunden. Auf deren Vision des "Jesus der Göttlichen Barmherzigkeit" geht der von Johannes Paul II. im Jahr 2000 eingeführte "Sonntag der Barmherzigkeit" zurück. Er wird jeweils eine Woche nach Ostern begangen.
Die Antwort der Christen in den Stürmen des Lebens und der Geschichte könne nur Barmherzigkeit sein, so Papst Franziskus: "mitfühlende Liebe untereinander und zu allen, besonders zu denen, die leiden, die am meisten kämpfen, die am verlassensten sind". Die göttliche Barmherzigkeit komme aus dem Herzen Christi, des auferstandenen Christus. "Sie entspringt aus der immer offenen Wunde seiner Seite, offen für uns, die wir immer Vergebung und Trost brauchen", so der Papst.
Die christliche Barmherzigkeit inspiriere zugleich auch zum gerechten Teilen zwischen den Nationen und ihren Institutionen, um der gegenwärtigen Krise in Solidarität zu begegnen, so Papst Franziskus.