Die Österreichischen Bischöfe schreiben in ihrem Brief vom 19. März 2020 unter anderem Folgendes:
- Als Bischöfe Österreichs sprechen wir allen Kranken und deren Angehörigen Trost zu und versichern, sie verlässlich in unsere Gebete einzuschließen. Allen, die für Kranke, Pflegebedürftige und besonders schutzbedürftige Personen tätig sind und dabei außerordentlichen Belastungen ausgesetzt sind, gilt unser herzlicher Dank.
- Für andere da zu sein und dabei den körperlichen Kontakt zu meiden, rettet jetzt Leben. Diese Haltung entspricht in der gegenwärtigen Situation einer richtig verstandenen christlichen Selbst- und Nächstenliebe. Das Wort Gottes und das Gebet sind aktuell die wichtigste geistliche Nahrung, die wir alle für diese Haltung benötigen. Die Pfarren erweisen sich nun auch ohne gemeinsame Gottesdienste als lebendiges Netzwerk. Alle, die einen kirchlichen Dienst ausüben, sind jetzt besonders in ihrer Kreativität gefordert, ohne physischen Kontakt dennoch für die Menschen erreichbar und da zu sein und dabei alle zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle zu nutzen. Wir möchten alle Gläubigen des Landes bitten, in dieser Ausnahmesituation Hauskirche zu leben und die äußere Einschränkung vertrauter Lebensgewohnheiten als Chance wahrzunehmen, sich und andere innerlich zu stärken. Dabei kann uns das vertraute tägliche Glockengeläut Hoffnung geben und an das Gebet erinnern.
- Hygienemaßnahmen, körperliche Distanz und Vermeidung von Ansammlungen sind entscheidend zur Eindämmung der Pandemie. Der Schutz der Risikogruppen hat dabei oberste Priorität.
- Wer Krankheitssymptome hat oder zu den Risikogruppen gehört, bleibt zu Hause. Das gilt auch für das gesamte kirchliche Personal.
- Grundsätzlich wird die Krankenkommunion nicht mehr nach Hause gebracht. Die einzige Ausnahme dafür ist das Viaticum (Wegzehrung/Sterbekommunion).
- Die Bischöfe erinnern an das Gebot, das Beichtsakrament jährlich zu empfangen, entbinden aber gleichzeitig von der Empfehlung der Beichte vor Ostern. Wer einen schwerwiegenden und dringenden Grund für die Beichte hat, soll sich telefonisch an einen Priester wenden, der gemeinsam mit ihm einen Weg dafür suchen wird. Wer regelmäßig zur Beichte geht (Andachtsbeichte), soll diese Praxis vorübergehend aussetzen.
Weiterführende Anmerkungen
Die Personen mit schwerwiegenderen Verläufen sind im Krankenhaus und sollten vorrangig von der dortigen Krankenhausseelsorge und ausschließlich in Abstimmung mit dem medizinischen Personal besucht werden. Hier sind IMMER alle sanitären Auflagen für Schutzkleidung zu beachten!
Bitte mit kranken und alten Menschen sowohl zu Hause als auch im Krankenhaus wo immer das gewünscht wird den Kontakt über Telefon und neue Medien suchen!
Sollte nach Abwägung aller Umstände (Selbstschutz – Fremdschutz) und der o.g. Überlegungen im Angesicht des Todes eine Feier zu Hause ratsam sein, ist wie folgt vorzugehen:
0. Grundhaltung: konsequent in der Hygiene sein (vgl. Leitfaden unten), aber auch keine Panik verbreiten. Menschlich zugewandt bleiben und spirituell präsent sein.
1. Einige Einmalhandtücher/Hygienetücher mitnehmen. Wenn vorhanden, auch Desinfektionsmittel.
2. Kein Händeschütteln beim Eingang oder im Wohnraum – auf Abstand von mindestens 1-2m achten. – Raum sollte sehr gut gelüftet sein.
3. Vor dem Kontakt, Hände gründlich waschen und desinfizieren.
4. Weiteres Händewaschen ist erforderlich: nach Niesen und Husten, nach Kontakt mit Oberflächen (z.B. Türklinken) in der Umgebung des Bewohners/der Bewohnerin.
5. Bei der Feier auf Abstand von mindestens 1 m (auch zu evtl. anwesenden Angehörigen) achten, kein Handgeben bei Vaterunser.
6. Nach Berührung der Person durch Salbung/Segen (Verwendung von Einmalhandschuhen ratsam!) sich selbst nicht ins Gesicht greifen. Umgehend die Hände desinfizieren und mit Hygienetuch abwischen. Das gilt auch für die Wegzehrung/Sterbekommunion (Viaticum).
7. Vor Verlassen der Wohnung/ des Hauses, nochmals Hände waschen.