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Engel
07.12.2019

Leben mit Überraschungen-unsere Gedanken zum Evangelium

Markus Muth und Marius J. Peries zum Evangelium von Maria Empfängnis am 8.Dezember 2019

Überraschung 1: Da feiert die Kirche Maria, die von allem Anfang an von jedem Schaden der Erbsünde bewahrt worden ist, aber liest ein Evangelium, in dem es nicht um die Empfängnis Marias geht, sondern um die von Jesus. Warum dieser „Generationensprung“? Weil keine Evangelienstelle näher dran ist an der Erwählung Marias als eben Lukas 1,26-38.

 

Überraschung 2: Maria erschrickt, aber nicht über die Erscheinung des Engels, sondern über die Anrede „Du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ Damit gibt ihr der Engel quasi einen neuen Namen, denn er hätte ja auch „Sei gegrüßt, Maria“ sagen können. Nachdem aber der Engel – und damit Gott selber! – es nicht nötig hat, jemandem durch unwahre Aussagen zu schmeicheln, muss man die Bedeutung dieser Worte sehr ernst nehmen: Maria ist eine Begnadete, und der Herr ist mit ihr – nämlich ganz grundsätzlich und nicht erst durch diese Begegnung. Da hat Sünde keinen Platz. Daher reden wir vom Freisein Marias von der Erbschuld.


Überraschung 3: Der Engel spricht über eine Schwangerschaft, verliert aber kein Wort über Josef. Bei aller Schilderung der Großartigkeit des zu erwartenden Kindes, stellt Maria die eher nüchterne und direkte Frage, wie das denn gehen soll. Sie ist zwar dem Josef schon fix versprochen, aber das Zusammenleben hat noch nicht begonnen. Der Engel hat kein Problem damit, dass und wie Maria nachfragt; er gibt ihr einfach Einblick in das Vorhaben Gottes.


Überraschung 4: Elisabet ist schwanger, obwohl sie nach menschlichem Ermessen keine Hoffnung mehr auf ein Kind zu haben brauchte. Auch hier liegt der letzte Grund in den Möglichkeiten Gottes, denn für ihn „ist nichts unmöglich“.


Angesichts all dieser Faktoren ist es keine so große Überraschung, dass Maria Gott eine Zusage macht und sich ihm und seinem Wirken anvertraut. Er ist einfach der stärkste Partner fürs Leben.


Apropos Überraschungen: Wer kennt sie nicht? Es gibt die leicht verdaulichen und die, die einem im Magen liegen.

Schnell kommen einem Fragen: Wie hätte ich reagiert, wenn ich Maria wäre? Wie als Josef? Wie als Eltern von Maria? Wie als Schwiegereltern? Oder: Was werde ich den Leuten sagen? Was wird aus meinen Plänen? Schaffe ich das finanziell? Wo kriege ich eine größere Wohnung her? …


Vielleicht sollten wir eine neue Anrufung einführen: Maria, du Helferin bei den Überraschungen Gottes: Bitte für uns!  


Tagesevangelium vom Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesgebärerin Maria

 

Lukas 1,26–38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in
eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer
Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens
Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte.
Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du
Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die An
-
rede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria;
denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst
schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären;
dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß
sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der
Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen
und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da
ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr:
Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des
Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch
das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in
ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als un
-
fruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn
für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn;
mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ
sie der Engel.

Impuls

In welcher Weise bin ich
von Gott begnadet?
 
Welche Überraschungen
habe ich mit Gott bereits
erlebt?
 
Wo verstehe ich
Gottes Pläne nicht;
welche Fragen habe ich an ihn?
 
Vertraue ich Maria
meine Schwierigkeiten an?