zum 29. Sonntag im Jahreskreis:
mit Impuls - Inspiriert vom Evangelium; Lukas 18,1-8
Letztens wieder an der Kassa eines großen Supermarktes… lange Schlangen, viele Menschen mit prall gefüllten Einkaufswagen. Möglicherweise hab ich mal wieder nicht mitgekriegt, dass man die nächsten drei Wochen keine Lebensmittel einkaufen kann. Während ich versuche rauszufinden, ob ich was Wichtiges verpasst habe…
höre ich plötzlich schräg quietschende Töne, die sich fließend in grell durchdringendes Schluchzen verwandeln, fast sirenenartig. Nachdem ich keinen Hinweis auf anbahnende Katastrophen in den Nachrichten gefunden habe, blicke ich vom Handy auf: Sehe ein ca. 3–jähriges Kind in einem Einkaufswagen hüpfend – hochrotes, tränenüberströmtes Gesicht – die Quelle der ohrenbetäubenden Geräuschkulisse.
Hinter dem Einkaufswagen – wohl die dazugehörende Mama, mindestens vergleichbar gestresst, versuchend das Kind zu beruhigen und gleichzeitig alles – außer dem Kind – vom Einkaufswagen auf das Förderband zu hieven. Das Kind wiederum versuchte wild umsichschlagend aus dem Regal hinter dem Förderband etwas zu erreichen: Ein kleines Stück vom großen Glück, nur eines – Schokolade, Kaugummi, Zuckerl,… Schlaraffenland, Paradies. Nur ein ganz klein wenig, bitte…
Die Mama wirkte höchst genervt, peinlich gestresst,… der Herr an der Kassa ebenfalls, die Leute in der Schlange auch. Das Kind war einfach nicht zu beruhigen.
Erst als dann doch ein kleines Stück vom Regal in die Hände des Kindes wanderte, verwandeldelte sich schlagartig die Atmosphäre: ein zufrieden quietschendes Lachen, strahlende Kinderaugen, der ganze kleine Körper sank entspannt in den mittlerweile leeren Wagen. Erleichterung – für alle – Beteiligte und Zuschauer.
Mit Gerechigkeit hat die Geschichte nichts zu tun. Es geht auch nicht um viel und laut schreien (auch wenn das erfolgversprechend sein mag). Nein, ganz im Gegenteil.
Die gute Nachricht: Gott ist kein ungerechter Richter, er will auch nicht genervt werden, zugetextet mit Floskeln, die scheinbar Gerechtigkeit einfordern oder zumindest ein ganz kleines Stück vom ganz großen Glück.
Gott will partnerschaftliche Beziehung! – Zu dir, zu mir, zu jedem Menschen, den er ins Leben geliebt hat. Und – er fordert absolutes Vertrauen.
Ein Vertrauen, das mich ihn fragen lässt: Was kann ich für dich tun? Was kann ich tun, dass dein Reich heute, hier und jetzt spürbar wird – für ALLE – Gerechtigkeit und Frieden und einen Planeten für unsere Enkelkinder?
Ich glaube, dass es für Gott schon ok ist, wenn wir ihm permanent die gleichen Texte vorlesen. Richtig aufregend, spannend und vor allem erfüllend wird es für uns beide, wenn ich anfange seinen Willen, seinen Plan mit um zu setzen…
nach Lukas 14,25-33
In jener Zeit
sagte Jesus seinen Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine
Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange Zeit nicht.
Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; weil mich diese Witwe aber nicht in Ruhe lässt, will ich ihr Recht verschaffen. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen.
Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?
Gott hat einen guten Plan für die Welt.
Was ist mein Beitrag?
Weiss ich, was Gott will…
oder weiß nur Gott, was ich will?
Komm Heiliger Geist und lehre mich
den Willen des Vaters zu tun.
Amen.