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11.08.2019

Papst fordert Einhaltung des humanitären Völkerrechts

Mit Nachdruck hat Papst Franziskus die internationale Beachtung der „Genfer Konvention“ gefordert.

Die Übereinkunft, die vor 70 Jahren geschlossen wurde, setzt der Anwendung von Gewalt Grenzen und regelt den Schutz von Zivilisten und Kriegsgefangenen in Kriegszeiten. „Möge dieser Jahrestag den Staaten zunehmend bewusstmachen, dass es unerlässlich ist, das Leben und die Würde der Opfer bewaffneter Konflikte zu schützen“, sagte Papst Franziskus am Sonntag, 11. August 2019 bei seinem Angelusgebet auf dem Petersplatz.

 

„Alle müssen die Grenzen des humanitären Völkerrechts einhalten und die wehrlose Bevölkerung und die zivilen Strukturen, insbesondere Krankenhäuser, Schulen, Kultstätten und Flüchtlingslager, schützen. Und vergessen wir nicht, dass Krieg und Terrorismus immer ein schwerer Verlust für die gesamte Menschheit sind! Sie sind die große Niederlage der Menschheit!“

 

Die Genfer Konventionen sind zwischenstaatliche Abkommen und ein wesentlicher Teil des humanitären Völkerrechts. Sie wurden am 12. August 1949 von zunächst 18 Staaten in Genf unterzeichnet. Die Abkommen waren das Ergebnis längerer Beratungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Für den Fall eines Krieges oder anderen bewaffneten Konflikts regeln sie den Schutz von Personen, die nicht oder nicht mehr an den Kampfhandlungen teilnehmen.

Die vier Konventionen von 1949 betreffen die Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte an Land (Genfer Abkommen I), die Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See (Genfer Abkommen II), die Kriegsgefangenen (Genfer Abkommen III) und die Zivilpersonen in Kriegszeiten (Genfer Abkommen IV).
 
Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, ständig auf die Begegnung mit Christus vorbereitet zu sein. Solche Wachsamkeit gehöre zum Leben dazu, sagte der Papst am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom. Es verbiete sich für Christen, irgendwo bequem Wurzeln zu schlagen und sich sicher einzurichten.

In seiner Ansprache bezog Franziskus sich auf die Beispielerzählung Jesu von den wachsamen Dienern, die auch nachts darauf gefasst sind, dass ihr Herr von einer Reise zurückkommt. Darin heißt es, man solle gegürtet sein und eine Lampe bereit halten. Die Lebenseinstellung eines Christen, so der Papst weiter, gleiche der eines Pilgers, der bereit ist, immer wieder zu einer neuen Etappe aufzubrechen.

Wer auf Gott vertraue, wisse gut, dass das Leben nichts Statisches ist, sondern immer etwas Neues bereit halten kann, so der Papst weiter: "Denn Gott ist ein Gott des Neuen - des wahrhaftig Neuen". Dieser Glaube öffne das Herz und die Aufmerksamkeit für den Nächsten, in dem man Jesus begegne.

Die Lebenseinstellung solcher Pilger sei es: "mit den Beinen auf der Erde, gehen und arbeiten, Gutes tun auf der Erde - und im Herzen die Sehnsucht nach dem Himmel". So könne sich jeder Mensch auch auf die letzte Begegnung mit Christus vorbereiten. Zudem werde so jeder Moment, in dem man gefordert sei, "ein kostbarer Moment", um die eigenen Talente einzusetzen.