Im wirklichen Leben heißt die Biene Maja Katrin Ott. Zumindest die Maja, die beim katholischen Jungfamilientreffen in Pöllau auf die Bühne fliegt und Jahr für Jahr die Kinder begeistert. Gebannt verfolgen sie die Abenteuer, die die schlaue Maja und ihr Bienenfreund Willi erleben. Wie sie Jesus besser kennen lernen, sich in Hilfsbereitschaft üben und lernen, dass man nicht perfekt sein muss, um geliebt zu sein.
Seit sechs Jahren summt die 44-jährige Katrin aus Brunn am Gebirge im gelb-schwarzen Bienenoutfit über die Bühne in Pöllau. Fast genauso lange denkt sie sich auch die Geschichten dahinter aus. „Ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen kann, das zu übernehmen und habe mir zuerst gedacht: Ich trau mir das nicht zu“, erinnert sich Katrin.
Die vierfache Mutter bittet den Heiligen Geist um Hilfe und staunt, was für Geschichten ihr auf einmal einfallen. „Es sind Themen, die mich mit meinen Kindern beschäftigen. Und dann ist es der Heilige Geist, der durch mich schreibt. Ich fühle mich wie ein Bleistift verwendet.“
Zum Glauben gefunden hat Katrin als Jugendliche. „Mit vierzehn Jahren hatte ich ein Bekehrungserlebnis. Ich habe schnell gewusst: Jesus – das ist der Richtige. Dem möchte ich mein Leben schenken.“ Auch ihre Mutter und ihre Schwester fangen Feuer. Im Haus der Familie, auf dem Dachboden, treffen sich Jugendliche zum Gebetskreis.
Heiraten oder Kloster? Das fragt sich Katrin nach der Matura. Sie lebt ein Jahr bei einer Ordensgemeinschaft in Italien mit. „Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so einsam gefühlt. Da habe ich erkannt, dass ich dazu nicht berufen bin.“
Katrin will heiraten und eine Familie gründen. Nur, einen passenden Mann lernt sie lange nicht kennen. Über zehn Jahre wartet die gelernte Volksschullehrerin. Betet für einen guten Ehemann. Sieht, wie viele in ihrem Umfeld heiraten und Kinder bekommen. „Jesus, warum dauert das so lange? habe ich ihn gefragt. Alle heiraten – gibt es überhaupt noch jemanden für mich?“ Mit dreißig lernt sie ihren heutigen Ehemann auf einem Ball kennen. Seit dreizehn Jahren sind die beiden verheiratet, ihre Kinder sind elf, neun, sechs und drei Jahre alt.
Die lange Zeit des Wartens ist auch wertvoll gewesen, sagt Katrin im Nachhinein. „Gott hat mir viel Geduld beigebracht. Ich habe gemerkt: Er hat alles in der Hand.“
Katrin und ihr Mann erleben, wie Gott sie auch in ihrem Ehe- und Familienleben begleitet. „Es ist so schön, wie Gott uns immer tiefer in den Glauben hineinführt. Ich merke, wie ich aus mir heraus oft nicht viel tun kann. Aber wenn ich mich ihm öffne, kann ich Großes machen.“
Seit drei Jahren betet die Familie jeden Abend den Rosenkranz. „Mein Mann sitzt bei den Buben im Zimmer, ich bei den Mädchen und wir beten über den Gang miteinander. Wir versuchen, die Kinder miteinzubeziehen. Aber ob sie mitbeten oder nicht, wichtig ist uns, sie sind dabei.“