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14.06.2019

„Glaube ist Kraft“

U21-Fußballnationalmannschaftstrainer Werner Gregoritsch ist vom katholischen Glauben geprägt.

 

 

 

Werner Gregoritsch ist ein hemdsärmeliger Typ. Beim Gespräch im Wiener Happel-Stadion wirkt er noch entspannt. Ab 16. Juni ist das sicher nicht mehr der Fall. Da beginnt für ihn und Österreichs Nachwuchsfußballer die EM in Italien. Gruppengegner sind Dänemark, Serbien und Deutschland. „Ich glaube an meine Mannschaft“, umschreibt ihr Trainer seine Hoffnung.


Die Schule unterstützt seine Karriere

Glaube prägt Werner Gregoritsch von klein auf. Der gebürtige Grazer muss als Bub die Scheidung seiner Eltern verkraften. Bei den Schulschwestern in Graz-Eggenberg geht er in die Volksschule, danach folgt das bischöfliche Gymnasium. „Ich habe dort erlebt, was Herzlichkeit und Herzensbildung ausmacht“, blickt er gerne zurück.

 

Sein Talent zum Fußball wird auf der Straße entdeckt. Beim Grazer Traditionsverein GAK wird er schon mit 17 Profi. Die Schulverantwortlichen unterstützen seine Karriere auch im Maturajahr.

 

Gregoritsch singt im Chor des Grazer Doms mit. Die Fußballkarriere entwickelt sich, er ist in der Folge beim SK Voest Linz und der Vienna als Profi im Einsatz.


Lehrer und Trainer

Privat muss Werner Gregoritsch tragische Verluste verkraften. Als er 23 Jahre ist, stirbt seine Mutter an Krebs, Jahre später ereilt seine Schwester dasselbe Schicksal.

 

Während der Fußballerkarriere macht Werner Gregoritsch die Ausbildung zum Hauptschullehrer für Deutsch und Sport.

 

Mit 29 hat er einen schweren Skiunfall am Kitzsteinhorn. Gregoritsch bricht sich den Schädel und das Schlüsselbein: „Wenn das ein paar Zentimeter weiter unten gewesen wäre, wäre ich gelähmt gewesen“, schildert er.

 

Nach seiner Fußballerkarriere wird er Fußballtrainer. Mit seinem Lieblingsverein GAK wird er Cupsieger. Gregoritsch ist verheiratet und hat zwei Söhne. Einer davon, Michael, ist nun Fußballnationalspieler in der A-Mannschaft Österreichs.

 

Kraft in Kirchen

Immer wieder sucht Gregoritsch Kirchen auf: „Mein Glaube gibt mir Kraft für meine Aufgaben“, so der Erfolgstrainer. Diese Kraft half ihm auch vor wenigen Jahren, als er mit der Diagnose Hodenkrebs konfrontiert wurde: „Der Glaube hat mir sehr geholfen, ich bin jeden Tag während der Chemotherapie in die Kapelle gegangen, wo ich auch gebetet habe, als meine Mutter erkrankte“.


Werner Gregoritsch hofft, mit seiner Mannschaft bei der EM in Italien überraschen zu können. Denn das Erreichen der Endrunde hat viele überrascht.

 

Aus seiner eigenen Karriere und den Erfahrungen als Pädagoge bewirkt er bei den jungen Kickern viel: „Ich war einer, der alles mit Trial und Error erlernt hat, das hat mich sehr geprägt. Das kann ich nun als Trainer von jungen Menschen einbringen“. Der Erfolg gibt ihm Recht.

 

Egal wie das Team abschneidet, eines ist klar, sein Glaube wird den Trainer weiter prägen: „Ich danke dem Herrgott jeden Abend, dass ich es geschafft habe, so ein Leben zu führen“, bleibt er demütig.