Mittwoch 1. Juli 2026

Schnellsuche auf der Website

26.05.2019

Wohngemeinschaft (Joh 14, 23-29)

P. Walter Ludwig OCist: Evangeliumsauslegung zum 6. Sonntag der Osterzeit (26. 5. 2019)

 

Das Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium

zum 6. Sonntag der Osterzeit; Johannes 14, 23-29

 

mit Impuls - Inspiriert vom Evangelium

 

Wie wohnen Sie? Allein oder mit Familie? Haben Sie Ihre Wohnung selbst erbaut und eingerichtet oder haben Sie manches schon fest vorgefunden? Sind Sie glücklich, wie Sie wohnen oder sehnen Sie sich nach einem anderen Lebensort? Und freuen Sie sich über Mitbewohner oder wären Sie lieber allein?

 

Heute sagt Jesus zu jedem von uns: Mein Vater und ich werden kommen und bei Dir Wohnung nehmen. Was für eine Herausforderung: Gott bei mir! Er sucht bei mir eine Unterkunft, er will mit mir Wohngemeinschaft haben. Welchen Platz werde ich ihm geben? Und wie werde ich merken, dass er da ist? Prägt er meinen Alltag?


Als vor vielen Jahren meine Mutter nicht mehr allein leben konnte, habe ich sie für einige Zeit in meinen damaligen Pfarrhof eingeladen. Und es war für uns beide eine Herausforderung. Ich musste manches in meinem Alltag verändern, um für sie Zeit und Offenheit zu haben.

 

Am Anfang war die Freude über die Gemeinschaft groß, aber dann gab es natürlich auch Reibungsflächen, wenn zwei Menschen, die gewohnt waren, allein zu leben, plötzlich auf jemand anderen Rücksicht nehmen mussten und sich in Gedanken und Taten aufeinander einstellen mussten. So müssen wir uns auch auf Gottes Gegenwart im Leben einstellen.


Nochmals: Gott will bei dir wohnen, bei dir einziehen, dein Leben teilen! Er kommt dir so nahe, dass kein Lebensbereich von seiner Gemeinschaft ausgenommen ist: Arbeit und Freizeit, Familie und Alleinsein, Freude und Kummer, überall sagt Gott: Ich bin da, ich will dich unterstützen; du kannst jederzeit mit meiner Anwesenheit rechnen!


Jetzt muss ich wieder übersiedeln: Ich werde im Herbst in eine andere Pfarre gehen. Ich muss derzeit meine Sachen packen, überlegen, was wichtig ist, was ich in die neue Pfarre mitnehme, und was ich loslassen muss.

 

Aber auf eines will ich mich verlassen: Jesus und sein Vater werden auch in der neuen Pfarre zu mir kommen und bei mir Wohnung nehmen: in meinen Räumen, in meinem Tun, in meinem Herzen.

 

 

 

Evangelium

nach Johannes 14, 23-29

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.


Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles
erinnern, was ich euch gesagt habe.


Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.


Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.


Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.   

 

 

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

 

Wo darf Gott bei mir wohnen?   
Im Wohnzimmer, wo er immer da ist oder

im Gästezimmer, wo ich ihm nur manchmal begegne?


Was gibt mir Frieden?
Das Vertrauen auf Gott oder auf meine eigene Leistung?


Erwarte ich am heutigen EU-Wahltag, dass Gott seinen Heiligen Geist auch unseren Regierungen sendet und so uns alle zum Frieden führt?

Und öffne ich mein Herz für Gott oder für politische Parolen?

 

zurück zum Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium