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17.05.2019

Stippvisite beim Übersinnlichen?

Papst Franziskus hat für Medjugorje die Weichen für ein geregeltes, offizielles Wallfahrtswesen gestellt.

 

Am 21. Dezember 1157 kam der Mönch Magnus, auf Missionsreise im Zellertal, an einen Felsblock, der ihm den Weg versperrte. Magnus stellte seine hölzerne Muttergottes-Statue auf den Felsen – und dieser spaltete sich und gab den Weg frei. Der Mönch aber blieb und errichtete hier eine Kapelle.


Das ist die Gründungslegende von Mariazell. Sie ist auch heute bloß eine Legende, nie wurde die Geschichte von der Kirche bestätigt. Trotzdem pilgern heute noch Hunderttausende nach Mariazell, mit dem Sanktus der Kirche. Denn für viele ist es ein Gnadenort – ein Ort, an dem der Himmel näher ist, wirksamer als anderswo.

 

Weichen für offizielles Wallfahrtswesen gestellt

Papst Franziskus hat am vergangenen Sonntag für Medjugorje die Weichen für ein geregeltes, offizielles Wallfahrtswesen gestellt. Die Muttergottes-Erscheinungen, die dort seit 1981 stattfinden sollen, werden weiterhin nicht bestätigt.  Aber von nun an sind – was bisher ausdrücklich untersagt war – offizielle Wallfahrten auch von kirchlichen Institutionen wie Diözesen oder Pfarren erlaubt.


Was viele Wallfahrer freuen wird – vor allem jene, die in Medjugorje ihren Glauben oder sogar ihr Leben neu entdeckt haben – wird auch skeptische Stimmen hervorrufen: Wie kann es offizielle Wallfahrten zu nicht-offiziellen Erscheinungen geben?

 

Wer so fragt, geht aber am Wesen einer christlichen Wallfahrt vorbei. Da geht es nicht darum, Schlachtenbummler bei übersinnlichen Phänomenen zu sein. Sondern darum, sich Christus neu zuzuwenden, sich von ihm neu umarmen zu lassen. Und sich dazu auch von Maria an der Hand nehmen und führen zu lassen. In Medjugorje hat das – ob echte Erscheinungen oder nicht – vielen Menschen echte Gnaden gebracht. Darum geht’s.