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15.05.2019

Festakt für neun neue "Pilgrim"-Mitglieder

Die öko-spirituelle Bildungsinitiative zählt bereits 259 Mitglieder im In- und Ausland.

Neun Mitglieder wurden am Dienstag, 14. Mai 2019, bei einem Festakt in Wien neu in das internationale Bildungsnetzwerk "Pilgrim" aufgenommen. Damit gehören der Schul- und Bildungsinitiative bereits 259 Schulen bzw. Institutionen im In- und Ausland an. Die Zertifizierungsfeier im "Raiffeisensaal" stand unter dem Motto "damit die Erde wieder zum Atmen kommt". Das war auch das Pilgrim-Motto beim Klimagipfel der Jugend Europas in Katowice im November 2018. "Pilgrim" hat Mitglieder in Österreich, Deutschland, Polen, Ungarn, Slowakei, Tschechien, Taiwan, Peru und Ukraine. Was die Mitglieder betrifft, ist laut "Pilgrim"-Direktor Johann Hisch kein Ende absehbar. Weitere Schulen im In- und Ausland zeigten Interesse.

 

In "Pilgrim"-Schulen wird in verschiedenen interkonfessionellen und interreligiösen Aktionen das Ziel umgesetzt, Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Verbindung mit Spiritualität zu fördern. Grundsätzlich verpflichtet sich jede "Pilgrim"-Schule, mindestens eine fächerübergreifende Aktion pro Schuljahr durchzuführen und diese durch einen Bericht zu dokumentieren.

 

"'Pilgrim' spricht Menschen an, die sich mit Nachhaltigkeit und Spiritualität auseinandersetzen. Dabei sind alle Konfessionen und Religionen eingebunden", so  Hisch. Er konnte bei der Zertifizierungsfeier u.a. den katholischen Bischofsvikar P. Petrus Hübner, den evangelisch-methodistischen Superintendenten Stefan Schröckenfuchs sowie den früheren Superintendenten der evangelischen Kirche Wien, Hansjörg Lein begrüßen, weiters den altkatholischen Altbischof Bernhard Heitz und den griechisch-orthodoxen Priester Athanasius Buk. Auch ein Vertreter der Buddhistischen Religionsgesellschaft war gekommen. Die Vertreter der Religionen sprachen gemeinsam ein Dank- und Schöpfungsgebet.

 

Schüler müssen "Unruhestifter" sein

Den Hauptvortrag bei der Zertifizierungsfeier hielt der ehemalige ORF-Hörfunktabteilungsleiter Hubert Gaisbauer. Er rief die anwesenden Schüler, in Anlehnung an Papst Franziskus, dazu auf, beim Thema Umweltschutz "Unruhestifter" zu sein. Sie dürften nicht auf das Handeln politischer Verantwortungsträger warten, sondern müssten diesen "ans Fenster klopfen" und sie damit für das Thema Umweltschutz und dessen Dringlichkeit sensibilisieren; denn die Erde stehe unmittelbar vor ihrer Erschöpfung. Die Erde rufe um Hilfe mit Stürmen, Überflutungen oder Dürrekatastrophen.

 

Im täglichen Leben lasse sich der Schutz der Natur konkret etwa im Vermeiden von Plastik, in einem sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser oder im Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel erreichen. "Ich bitte euch, fangt früher damit an, lernt lesen in dem, was der Papst in seinem Rundschreiben 'Laudato si' das Buch der Schöpfung nennt, erkennt die Vögel an ihrem Gesang, die Bäume an ihren Blättern, nennt die Blumen mit ihren Namen", so Gaisbauer in Richtung Schüler.

 

Das Konzept, der Mensch sei Krone der Schöpfung, passe nicht zum biblischen Befund, der vielmehr vom Mensch als Behüter und Schützer aller Geschöpfe ausgehe. "Dass wir zu unserem Genuss und Nutzen den Lebensraum von Tieren und Pflanzen vernichten, ist nicht damit vereinbar." Was das wirklich bedeute, hat Papst Franziskus laut Gaisbauer in seiner Enzyklika "Laudato si" klar gemacht. Darin fordere er dazu auf, "mit unserer Mutter und Schwester, der Erde, ganz liebevoll und sorgsam umzugehen" und nicht durch die Achtlosigkeit des Menschen, tausende Arten von Lebewesen zu Wasser, Land und in der Luft auszurotten.

 

Volksschulen führen "Pilgrim"-Statistik an

Im Rahmen der Zertifizierungsfeier stellten sich auch die neuen Mitglieder (Schulen, ein Kindergarten und ein Unternehmen) vor. Insgesamt sind im "Pilgrim"-Netzwerk laut einer aktuellen Statistik mit 89 Einrichtungen Volksschulen am häufigsten vertreten, gefolgt von 42 Neuen Mittelschulen, 28 Allgemeinbildenden Höheren Schulen und 23 Berufsbildenden Höheren Schulen. Aber auch 13 Pädagogische Hochschulen und drei Universitäten gehören dem Netzwerk an. In 98 Prozent der "Pilgrim"-Schulen sind der katholische Religionsunterricht, in 72 Prozent der evangelische und in 34 Prozent etwa der orthodoxe Religionsunterricht an entsprechenden Projekten beteiligt. Einen Widerhall findet die hinter dem "Pilgrim"-Konzept stehende Idee aber auch in den Fächern Deutsch, Bildnerische Erziehung, Musikerziehung und im Sachunterricht.