Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36). Beim Lesen des nachsynodalen Schreibens von Papst Franziskus „Christus vivit“ kommt mir dieser Vers in den Kopf.
Der Papst stellt hier klar fest, dass es ein Irrglaube ist, wenn die Kirche meint nur jung zu bleiben, wenn sie auf alles eingeht, was die Welt ihr anzubieten hat. Gleichzeitig warnt er vor Menschen, die die Kirche unbeweglich machen wollen und sich auf die Vergangenheit festnageln.
Wir sollen alle mehr wie Jesus werden: er hatte ein bedingungsloses Vertrauen in den Vater, tiefes Mitleid mit den Schwachen, er hatte den Mut, gegen den politischen und religiösen Strom seiner Zeit zu schwimmen, hat die Freundschaft mit seinen Jüngern gepflegt und ist ihnen selbst in Momenten der Krise treu geblieben.
In der Schrift lesen wir, dass Gott oft junge Menschen wie etwa Salomo für besondere Missionen ausgesucht hat. Der Papst schließt daraus, dass ein junges Herz besonders offen für Veränderungen ist.
Er beschreibt den Unterschied zwischen Jugendlichen und Erwachsenen: „Der junge Mensch läuft auf zwei Füßen wie der Erwachsene, doch anstatt sie wie dieser Parallel nebeneinanderzustellen, setzt der junge Mensch stets einen Fuß vor den anderen, bereit aufzubrechen, loszusprinten. Immer in Startposition.“ Diese Offenheit wird heute oft ausgenutzt: durch Pornografie, zu starken Medienkonsum oder etwa durch falsche Erwartungen von den Eltern.
Der Papst wünscht sich eine Jugend, die raus in die Welt geht und sich traut, auch mal was zu riskieren: „Geht bitte nicht schon vorzeitig in den Ruhestand“.
Hier können wir Maria als Vorbild nehmen, der Papst spricht von der „Influencerin Gottes“. Sie ist das Risiko eingegangen, hat alles auf eine Karte gesetzt, ohne Back-Up Plan.
Wir sollen keine Scheu haben, unser Leben mit Gott zu teilen, ihn durch ein Gebetsleben in unsere Entscheidungen miteinzubeziehen. Christus lebt, er verlässt uns nicht und er sehnt sich nach einer Beziehung mit dir.