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26.03.2019

Redakteurinnen von Vatikan-Zeitschrift treten geschlossen zurück

Neuer Eklat im vatikanischen Mediensektor.

Im vatikanischen Mediensektor hat es am Wochenende 23./24. März 2019 einen neuen Eklat gegeben, über den italienische Medien berichten. Demzufolge ist die Redaktion der Frauenzeitschrift "Donne Chiesa Mondo" geschlossen zurückgetreten, weil sie sich nach Beiträgen über Missbrauch an Ordensfrauen unter Druck gesetzt sieht. Es solle "eine vitale Initiative zum Schweigen gebracht werden", schrieb Bereichs-Chefredakteurin Lucia Scaraffia in einem Brief an Papst Franziskus, den die italienische Zeitung "Corriere della Sera" (Onlineausgabe Dienstag) wiedergab. Zum Jahreswechsel hatten bereits Vatikansprecher Greg Burke und seine Stellvertreterin Paloma Garcia Ovejero offenbar aus Frust über den Reformstau in der vatikanischen Medienarbeit das Handtuch geworfen.

 

"Donne Chiesa Mundo" ("Frau - Kirche - Welt"), früher eine Monatsbeilage der Vatikanzeitung "Osservatore Romano", erschien seit Mai 2016 als eigenständiges Magazin, aber weiter unter dem Dach des "Osservatore". An dessen Spitze steht seit Dezember ein neuer Chefredakteur, Andrea Monda.

 

Scaraffia schrieb von einer Rückkehr zum "alten und starren Brauch, als verlässlich geltende Frauen von oben und unter direkter männlicher Kontrolle auszuwählen". So werde "eine positive Arbeit und ein beginnender offener und ehrlicher Umgang" erneut einer "klerikalen Selbstbezüglichkeit" geopfert. "Wir werfen das Handtuch, weil wir uns von einem Klima des Misstrauens und fortschreitender Delegitimierung umgeben fühlen", so die römische Historikerin.

 

Chefredakteur Monda verwahrte sich am Dienstag gegen die Vorwürfe. In den Monaten seit seinem Dienstantritt habe er Scaraffia und den Redakteurinnen "die gleiche totale Autonomie und die gleiche totale Freiheit" gewährt, die das Magazin seit seiner Gründung gehabt habe. Die Zukunft der Zeitschrift habe nie in Zweifel gestanden. Ihre Geschichte werde "ohne Klerikalismen jeder Art" weitergehen, so Monda.

 

"Donne Chiesa Mondo" hatte im Februar-Heft über systematischen sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen durch Bischöfe und Priester berichtet. Papst Franziskus, von Journalisten auf den Artikel und auf mögliche Konsequenzen angesprochen, räumte ein, dass es solche Übergriffe gebe: "Es ist wahr, das ist ein Problem."