In den vergangenen Tagen wurde die Erzdiözese Wien von zwei Vorwürfen gegen Kleriker informiert. Der erste Fall betrifft eine in Wien und Niederösterreich aktive neue geistliche Gemeinschaft. Ein erwachsenes Mitglied hat im März gegen den Spiritual der Gemeinschaft den Vorwurf des Missbrauchs unter Ausnutzung eines Autoritätsverhältnisses erhoben. Der Beschuldigte hat Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.
Die Diözesen St.Pölten und Wien haben ihm entsprechend der Rahmenordnung der Österreichischen Bischofskonferenz bis zur Klärung des Vorwurfs jedes priesterliche Wirken und den Kontakt mit der Gemeinschaft untersagt, die Gemeinschaft über den Vorwurf und die Vorgangsweise informiert und den Mitgliedern der Gemeinschaft psychologische und spirituelle Unterstützung angeboten.
Der zweite Fall betrifft einen bereits zum Diakon geweihten Seminaristen der Erzdiözese, der in einer niederösterreichischen Pfarre als Praktikant eingesetzt und dort auch in der Volksschule als Religionslehrer tätig war. Eltern von Kindern dieser Schule haben Mitte März gegen den Diakon Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Sie werfen ihm grobes Fehlverhalten vor, so soll er im Unterricht Kinder festgehalten, gekitzelt und auf seinen Schoß gesetzt haben.
Die Erzdiözese Wien hat den Diakon entsprechend den kirchlichen Regeln bis zur Klärung der Vorwürfe vom Schuldienst und allen Funktionen und Aufgaben in der Pfarre Perchtoldsdorf abgezogen. Pfarrgemeinde, Volksschule und Priesterseminar wurden über die Vorwürfe und die Vorgangsweise informiert.