Die "Päpstlichen Missionswerke" Österreich (Missio Austria) hat am Montag, 25. März 2019 ein Hilferuf aus Malawi erreicht: Martin Mtumbuka, Bischof von Karonga im Norden des nach wie vor von Starkregenfällen heimgesuchten afrikanischen Landes, bittet in dem Schreiben um Spenden für Betroffene der Flut-Katastrophe nach dem Zyklon "Idai". Viele Betroffene lebten unter erbärmlichen Umständen, berichtete der Bischof aus einem Camp im Süden des Landes, "in dem Menschen hausen, die alles verloren haben und evakuiert worden sind". Malawi gehört neben Mosambik und Simbabwe zu den drei Ländern im südöstlichen Afrika, die von dem Tropensturm und seinen Folgen besonders betroffen sind.
Die Situation in den Camps in Malawi beschreibt Bischof Mtumbuka als menschenunwürdig und schockierend. "Rund 3.000 Menschen sind hier in nur drei Zelten zusammengepfercht - in einem winzigen Schlammloch. Sie haben alles verloren und sind evakuiert worden." Besonders gefährdet seien alte Menschen: "Sie sind schwach und warten auf Hilfe", so der Bischof. Hilfsgüter würden allerdings nur sehr schleppend zur Verfügung gestellt, vor allem muslimische Gruppen brächten im Moment Nahrung in das Camp.
Missio-Österreich-Nationaldirektor P. Karl Wallner zeigte sich erschüttert von der Katastrophe: "Wir sind in engem Kontakt mit Projektpartnern in Mosambik, aber auch mit der Kirche in Malawi. Vor allem die vielen Kinder, die betroffen sind, brauchen dringend unsere Hilfe. Die Menschen kämpfen ums Überleben", so Wallner in einer Aussendung. "Viele Menschen haben sich auf Bäume geflüchtet und müssen sich gegen wilde Tiere wehren. Andere sitzen auf Hausdächern oder Inseln fest. Das Wasser ist verschmutzt, es droht eine Choleraepidemie."
In Österreich haben ORF und Hilfsorganisationen angesichts des immer deutlicher werdenden Ausmaßes der Naturkatastrophe am Montag eine "Nachbar in Not"-Spendenaktion gestartet. Hunderttausende Menschen in Mosambik, aber auch in den Nachbarländern Malawi und Simbabwe, seien obdachlos. Tausende Todesopfer werden befürchtet, viele Regionen sind immer noch von der Umwelt abgeschlossen, so die Verantwortlichen.
In der Akutphase brauche es vor allem Überlebenshilfe: Lebensmittel, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und Notunterkünfte. "Die Menschen im Katastrophengebiet im südlichen Afrika, einer der ärmsten Regionen der Welt, haben alles verloren", sagte Caritas-Auslandshilfechef und "Nachbar in Not"-Vorstand Christoph Schweifer. Es sei ein großartiges Signal der Mitmenschlichkeit, dass "ORF Nachbar in Not" jetzt Soforthilfe leiste. Unter dem Dach von "Nachbar in Not" wirken die Hilfsorganisationen CARE, Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe. Gespendet werden kann auch online über nachbarinnot.ORF.at.
Der Zyklon "Idai" verwüstete große Teile des Südostens von Afrika. Vor allem betroffen sind Mosambik, das auch Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ist, sowie Simbabwe und Malawi. Der Tropensturm war der stärkste Sturm in dieser Region seit Jahrzehnten. Es wird mit zumindest 1.000 Toten alleine in Mosambik gerechnet. In Mosambik hat sich ein riesiges Binnenmeer gebildet, wo vorher Häuser und Felder waren. Die 500.000-Einwohnerstadt Beira ist zu 90 Prozent zerstört und wegen der Zerstörung von Straßen und Brücken kaum zu erreichen. Aktuell sind auch Katastrophenhelfer der "Caritas Österreich" auf dem Weg in die Stadt, um vor Ort die Koordination der Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
Missio-Spendenkonto: IBAN: AT96 6000 0000 0701 5500; Kennwort "MOS19".
Nachbar-in-Not-Spendenkonto: IBAN: AT21 2011 1400 4004 4003;
Caritas-Spendenkonto: IBAN AT92 6000 0000 0770 0004, "Nothilfe Mosambik"; Onlinespenden unter www.caritas.at/mosambik