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13.03.2019

Polens Bischöfe legen am Donnerstag Missbrauchsstudie vor

Bischofskonferenz hat ihr gemeldete Missbrauchsfälle der vergangenen 28 Jahre auswerten lassen

Die katholische Kirche in Polen will am Donnerstag die Ergebnisse einer Studie zum sexuellen Kindesmissbrauch durch Geistliche veröffentlichen. Die Polnische Bischofskonferenz habe dazu die ihr gemeldeten Missbrauchsfälle der vergangenen 28 Jahre vom kirchlichen Statistikinstitut auswerten lassen, sagte der Konferenz-Vorsitzende Erzbischof Stanislaw Gadecki der polnischen Nachrichtenagentur KAI (Mittwoch).

 

"Bis jetzt war alles auf Pädophilie in der Kirche konzentriert, und es wurde so versucht, ein Stereotyp zu schaffen", kritisierte Gadecki. Papst Franziskus habe darauf hingewiesen, dass es ein weltweites Problem sei, das die gesamte globalisierte Gesellschaft betreffe. Auf dieses Problem müssten die Kirche und die Regierungen antworten. Ohne eine Änderung des Strafrechts für Sextourismus werde das Problem nicht gelöst werden können, so der Erzbischof.

 

Wege zum Schutz von Kindern in Kirche und Gesellschaft

Die polnischen Bischöfe befassen sich auf ihrem am Dienstag begonnenen dreitägigen Frühjahrstreffen in Warschau erneut mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Gadecki will über seine Gespräche mit Missbrauchsbetroffenen berichten. Besprochen werden sollen auch weitere Schritte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Kirche und Gesellschaft.

 

Nach Angaben des polnischen Opfervereins "Habt keine Angst" verurteilten Gerichte bislang 85 Priester. Auf einer Online-Landkarte trug er 384 Missbrauchsopfer ein. Betroffene Diözesen warfen dem Verein vor, sein Ende Februar dem Papst übergebener Missbrauchsbericht enthalte "unwahre und manipulierte Informationen". Sie betonten, sie seien gegen die Täter vorgegangen, wie es das polnische Recht und der Vatikan verlangt hätten.