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13.03.2019

Fastentuch zeigt „erhöhtes Fleisch“

Zeitgenössisches Kunstprojekt in St. Michael.

 

Groß und rot verhüllt das Fastentuch von Connor Tingley und Peter Savic den Hochaltar der barocken Michaelerkirche in der Wiener Innenstadt. Die rote Farbfläche wird von weißen Fasern durchzogen – unweigerlich stellt sich die Assoziation mit rohem Fleisch ein.

 

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass das textile Kunstwerk aus der Verbindung von blutroter Farbe mit menschlichen Haaren seine Wirkung entfaltet.


„Das menschliche Haar, dem viele Bedeutungen, wie Schönheit, Jugend, Gesundheit, aber auch Erinnerung an einen Menschen (Haarlocken als Fetisch) eingeschrieben sind, wird genutzt, um die anatomische Struktur von Fleisch zu visualisieren, ohne diese jedoch zu illustrieren“, erläutert Elena Holzhausen, Diözesankonservatorin der Erzdiözese Wien.

 

Sie hat das Fastentuch-Projekt „Sursum Carnesi“ (das „erhöhte Fleisch“) gemeinsam mit Stefan Zeisler, Kreativdirektor des Kunsthistorischen Museums, kuratiert. Der gotisch-barocke Kirchenraum verstärke die vieldeutige Spannung, die das Kunstwerk auslöst.


Hinter der Fastentuch-Installation stehen der junge amerikanische Künstler Connor Tingley, Jahrgang 1993, und der aus Ex-Jugoslawien stammende und in Wien aufgewachsene Star-Stylist Peter Savic, der Stars wie Lady Gaga oder Amy Winehouse stylte.

 

Das Projekt wurde im ständigen Dialog mit dem Orden der Salvatorianer in St. Michael entwickelt. Die gute Tradition der zeitgenössischen Fastentücher in der Michaelerkirche wird damit fortgesetzt.