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10.03.2019

Europawahlen: Kirchen laden im Vorfeld zu Veranstaltungsreihe

Christliches ökumenisches Netzwerk "Miteinander für Europa" will Beitrag zu "versöhnender und solidarischer" Politik in Europa leisten.

 

Die Initiative "Miteinander für Europa" lädt im Vorfeld der anstehenden Europawahlen am 26. Mai 2019 zu einer hochkarätigen Veranstaltungsreihe in Wien. Angesichts der gegenwärtigen Probleme der EU in politischer, wirtschaftlicher und struktureller Hinsicht, gelte es, sich als Christen in das Ringen um die Zukunft Europas einzubringen, heißt es dazu von Seiten der Initiative. Diese steht für eine "versöhnende und solidarische" Politik. In vier Themenabend (ab 19. März) zu Bildung, Antisemitismus, Migration und Soziales sollen grundlegende Fragen diskutiert werden. Die vier Themenabende münden dann am 11. April in eine Abschlussveranstaltung, an der u.a der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker teilnehmen wird. Den Ehrenschutz über das Projekt haben Bünker und Kardinal Christoph Schönborn übernommen.

Beteiligt an der Veranstaltungsreihe sind u.a. auch die Wiener Pastoraltheologin Prof. Regina Polak, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura und der Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk. Der ersten Abend zum Thema "Ersamus - Europa bildet" findet am Dienstag, 19. März, um 18.30 Uhr im Cafe Caspar (Ebendorferstr. 8, 1010) statt. Dem Themenkomplex "Heimat und Migration" ist die Veranstaltung am Donnerstag, 21. März, in der rumänisch-orthodoxen Kirche in Wien-Simmering (Simmeringer Hauptstraße 161, 1110) gewidmet.

Am Mittwoch, 27. März, geht es im Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung (Praterstern 1, 1020) ab 19 Uhr um das Thema "Judentum in Europa heute - der neue und alte Antisemitismus". Schließlich wird im Impulscafe CVJM Wien (Kenyongasse 15, 1070) am Donnerstag, 28. März, ab 19 Uhr zum Thema "Wort und Brot - die soziale Dimension" referiert und diskutiert. Die Abschlussveranstaltung findet am 11. April im Haus der Europäischen Union (Wipplingerstrasse 35, 1010) um 18 Uhr statt. Wie es von Seiten der Initiative heißt, bemühe man sich sehr, möglichst aus allen Parteien Europaparlamentarier bzw. Kandidaten für einen Parlamentssitz für die Veranstaltungen zu gewinnen

Der spirituelle Schlusspunkt der Veranstaltungsreihe ist am Sonntag, 5. Mai, um 10 Uhr ein Ökumenisches "Gebet für Europa" in der Lutherischen Stadtkirche (Dorotheergasse 18, 1010). Dem Gottesdienst steht der lutherische Altbischof Herwig Sturm vor, die Predigt hält der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl.

Das ökumenische Netzwerk "Miteinander für Europa" ist 1999 anlässlich der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" des Lutherischen Weltbundes und der Führung der katholischen Weltkirche entstanden. Die Initiative verbindet katholische, evangelische, anglikanische und orthodoxe Christen ebenso wie Mitglieder von Freikirchen und neuen Gemeinden. Anliegen des Netzwerks ist der Einsatz für die Einheit und Versöhnung der verschiedenen Konfessionen und Kulturen sowie für Solidarität, Frieden und Toleranz in Europa.

Die Ackermann-Gemeinde, eine Gemeinschaft in der katholischen Kirche mit Hauptsitz in München, lädt im Vorfeld der Europawahlen am 4. Mai zu einer Europawallfahrt nach Mariazell. Dort soll für die Zukunft des Kontinents gebetet und Europa unter den Schutz der Gottesmutter gestellt werden. Die Schirmherrschaft über die Europawallfahrt hat Kardinal Christoph Schönborn übernommen.

In einem Grußwort zur Wallfahrt schreibt Schönborn: "Mariazell hat sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und Jahren der Teilung Europas zu einem Ort des gemeinsamen Gebets und der Begegnung entwickelt. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Wallfahrt nach Mariazell danke ich für ihr Gebet unter dem Schutz der Gottesmutter und der heiligen Patrone Europas und für ihr wichtiges Engagement für ein friedliches Zusammenleben in Europa."

Der Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika Mariazell findet am Samstag, 4. Mai, um 11.15 Uhr statt. Hauptzelebrant ist der emeritierte Linzer Bischof Ludwig Schwarz. Bereits am Vorabend, Freitag, 3. Mai, wird um 19.30 Uhr eine festliche Andacht zu den heiligen Patronen Europas gefeiert. Dieser steht der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke vor. Im Anschluss an den Gottesdienst am 4. Mai findet um 15 Uhr im Mariazeller Pfarrsaal eine Festakademie statt, bei der der Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie Prag und Templeton-Preisträger Prof. Tomas Halik sprechen wird.

 

Laienrat spricht sich für Pro-Europa-Kandidaten aus

Unter dem Titel "Freude am Projekt 'Europa'" hat die Vollversammlung des Katholischen Laienrates Österreichs (KLRÖ) am Samstag in Wien einstimmig eine Resolution verabschiedet. In dieser wird eindringlich zur Teilnahme an den Europawahlen am 26. Mai und zur Wahl von Kandidatinnen und Kandidaten aufgerufen, die für das Projekt "Europa" eintreten und sich an den grundlegenden Menschen- und Bürgerrechten sowie Werten wie Freiheit, Personalität, Solidarität und Subsidiarität orientieren.

Für Christinnen und Christen werde es bei der Beurteilung der wahlwerbenden Parteien und ihrer führenden Persönlichkeiten ein wesentlicher Maßstab sein müssen, "ob und wie weit diese Gruppen und ihre Exponenten überzeugend für das Projekt 'Europa' eintreten und sich bemühen, die Grundsätze der christlichen Gesellschaftsgestaltung umzusetzen", heißt es wörtlich in der Resolution. Denn trotz aller Krisendiskussionen gebe es eine Vielzahl von Gründen, sich am bisherigen Erfolg des großen Friedensprojekts Europa zu freuen. Diese Einstellung werde auch bei der Bewältigung anstehender Probleme hilfreich sein.

In einer weiteren Resolution begrüßt die Vollversammlung des Laienrates die Pläne der Regierung für den Ethikunterricht. In dieser Resolution heißt es wörtlich: "Der Katholische Laienrat Österreichs begrüßt nachdrücklich die Entscheidung der Bundesregierung und im Besonderen von Bildungsminister Heinz Faßmann, einen verpflichtenden Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler einzuführen, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen."

Der Laienrat appelliert zugleich an die Verantwortlichen, den Ethikunterricht mit derselben Stundenzahl wie den für den Religionsunterricht geltenden einzuführen, in entsprechender Qualität und unterrichtet von entsprechend ausgebildeten Lehrpersonen". Ausdrücklich plädiert der Laienrat dafür, den Ethikunterricht nicht nur für die Sekundarstufe II (ab der 9. Schulstufe, inklusive der Berufsschulen), sondern in der Folge "ehestmöglich" auch für die Schulen der Sekundarstufe I (für die 5. bis 8. Schulstufe) umzusetzen.

Die Verpflichtung zur ethischen Bildung bestehe zwar als allgemeines Bildungsprinzip bereits für jede Schule als Bildungs- und Erziehungsinstitution, heißt es in der Resolution. Aber: "Information und Auseinandersetzung mit ethischen Werten in expliziter und systematischer Form, sowohl im individualethischen als auch im sozialethischen Bereich, werden immer unumgänglicher für eine umfassende Bildung der Kinder und Jugendlichen. Das gilt insbesondere in unserer pluralen, zunehmend multiethnischen, multireligiösen und immer stärker technisierten Gesellschaft, in die sie mit gesellschaftlicher Verantwortung hineinwachsen sollen".

Der Katholische Laienrat ist eine Plattform für katholische Laienvereinigungen, -verbände und -bewegungen und besteht aus fünf "Kurien", in denen u.a. die Katholische Aktion mit ihren Untergliederungen, die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände, der Katholische Familienverband sowie Gruppierungen in großer Bandbreite von der Legio Mariae über Opus Dei bis zur Plattform "Wir sind Kirche" vertreten sind.