Religiöse Kunstwerke, wie "Adam und Eva" von Hans Memling oder die "Rosenkranzmadonna" von Carvaggio sind Teil der Perfomance "Ganymed", die ab 13. März 2019 bereits zum sechsten Mal im Kunsthistorischen Museum (KHM) stattfinden wird. Gemeinsam sei diesen Werken nicht nur der religiöse Hintergrund, sondern auch das Thema Liebe, erklärte Ganymed-Regisseurin Jacqueline Kornmüller im Gespräch mit "kathpress" die Perfomance mit dem Titel "Ganymed in Love". Dabei werden Werke der Kunstgeschichte von 30 Künstlern mit Texten, Musik und Tanz "zum Leben erweckt", erklärte Kornmüller. So interpretiere u.a. der Schriftsteller Franz Schuh das "Gleichnis vom verlorenen Sohn" von Pompeo Batoni als Familienkonflikt.
Das Christentum und seine religiösen Motive seien für die Performance besonders spannend, weil sie tief mit der europäischen Kultur verankert seien, meinte Schauspieler Peter Wolf, der die Performance "Ganymed" gemeinsam mit Kornmüller gegründet hat. Den Mythen und Gleichnissen könne man auch heute "nicht entkommen", so Wolf.
"Die Künstler geben den Kunstwerken mit teils religiösem Inhalt eine neue, gesellschaftliche oder politische Tiefe", erklärte Kornmüller. Dem Schriftsteller Franz Schuh gehe es beim "Gleichnis vom verlorenen Sohn" nicht um eine traditionelle Auslegung, meinte die Regisseurin. Schuh rücke in seinem "Ganymed"-Beitrag, gespielt vom Schauspieler Peter Wolf, den "benachteiligtem zweiten Sohn" in den Mittelpunkt. Dieser stehe für die aktuelle Politik, die mit sogenannten "Benachteiligungs-Ängsten und der Furcht, zu kurz zu kommen," spiele, so Kornmüller.
"Wir suchen nach Themen, die in der Gemäldegalerie des KHM sichtbar sind. Und das Thema Liebe ist in jedem Bild zu finden", erklärte Ganymed-Regisseurin Kornmüller die Vorgehensweise. Der Mensch sei ständig auf der Suche nach Liebe, die sich dabei zwischen Sünde und Vergebung, Mann und Frau oder in der Liebe zum Leben oder der Kunst abspiele. Die insgesamt dreißig Künstler sollen diese Gefühlswelt der Gemäldegalerie zu neuem Leben erwecken. Dabei kommen u.a. auch Schauspieler, Musiker und Tänzer zum Einsatz.
"Ganymed in Love" kooperiert auch mit der Hilfsorganisation Caritas, so das KHM in einer Aussendung: Im Zuge einer Sondervorstellung am 25. April wird der Gesamterlös dem Caritas-Projekt "Frauen in Not" gespendet.