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21.02.2019

Frühreife Firmlinge und antiker Fußpilz

Sakramente sind Gottes Kraftquellen für unsere seelischen Grundbedürfnisse.

 

 

 

Tja, was ist nun die richtige Vorbereitung auf die Sakramente? Diese Frage stellt sich im Bezug auf Erstkommunion, Firmung und erste Beichte, aber auch im Bezug auf die Ehe.

 

Ich habe darauf eine ebenso klare wie fade Antwort: Es kommt auf den einzelnen Fall an, eine Generallösung für alle gibt es nicht.

 

Aber mir fällt auf: Wenn wir über unsere Sakramentenvorbereitung reden, dann klingt das oft so, als hielten wir sie für schwer verkäufliche Ladenhüter. Wir wollen sie möglichst billig machen, damit überhaupt noch wer auf das Angebot einsteigt. Als müssten wir als Buchhandlung noch die Restauflage von „Der Fußpilz in der Antike“ verklopfen. Damit es wer will, müssen wir schon ein „Goodie“ dazugeben. Irgendwann kommt es noch so weit, dass wir jedem, der sich auf  zwei Sakramente vorbereitet, das dritte gratis – sprich: ohne Vorbereitung – dazuschenken.


Und dann: Jeder ist zu einem anderen Zeitpunkt „reif“. Aber gerade bei der Firmung wundert es mich, wenn jemand sagt: „Die muss früh sein, denn mit 16 erwischen wir sie nicht mehr!“ 

 

Die Firmung steht doch am Beginn des eigenverantwortlichen Christseins. Wie unlogisch ist es, sie extra so früh anzusetzen, dass die Firmlinge noch von den Eltern zum Firmunterricht gedrängt werden können?


Sakramente sind doch keine „Bschoad-Packerln“, die die Kirche den vorübereilenden Wanderern des Lebens aufdrängen soll, sondern Gottes Kraftquellen für unsere seelischen Grundbedürfnisse. Wasser des Lebens.

 

Ich denke: Wer das einmal erkennt, dem ist das dann auch was wert. Sollte die Kirche nicht die Geduld haben, solange zu warten?