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18.02.2019

Hinhören, wenn die Bäume fallen

21. bis 24. Februar 2019: Bischofskonferenz zum Thema Missbrauch

 

 

Peter Schipka, der Generalsekretär der Bischofskonferenz, hat im Fernsehen ein Papst-Zitat gebracht: „Wenn ein Baum fällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein Wald wächst.“ Es kam im Zusammenhang mit dem Thema Missbrauch in der Kirche.

 

Für mich ist das ein gutes Bild für das, was Not tut: auf das Stürzen der Bäume achten, und trotzdem nicht übersehen, dass da auch so viel Gutes wächst.


In den kommenden Wochen wird uns medial das Missbrauchsthema begleiten, es wird sich vielleicht sogar noch steigern. Mit der Zusammenkunft der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen vom 21. bis 24. Februar in Rom ist das Thema im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Alle Sender, Zeitungen, Magazine, die etwas auf sich halten, werden etwas zu dem Thema bringen.


Es hilft nichts, das Unrecht zu beklagen, dass Missbrauch als ein Spezifikum der katholischen Kirche dargestellt wird und dass es doch überall Missbrauch gibt, außerhalb der Kirche noch viel mehr. Wir müssen uns dem Thema trotzdem stellen, durch Hinschauen und Handeln.


Für uns gelten strengere Maßstäbe.

„Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus“, heißt es in der Prophetie des Jesaja über den Gottesknecht. Auch der Leib der Kirche ist entstellt, und viele entsetzen sich über ihn.

 

Aber wir dürfen dem Impuls des Wegschauens nicht nachgeben. Wir müssen das Leid der vielen in unserer Obhut Missbrauchten in den Blick nehmen und daraus die Konsequenzen ziehen.

 

Und dann, nur dann, werden wir dahinter auch den mitleidenden Christus sehen – und dann ist die Kirche, weil sie Seine Kirche ist, auch wieder unsere Hoffnung auf die Herrlichkeit.