
zum 3. Sonntag im Jahreskreis; Lukas 5,1-11
Das heutige Sonntagsevangelium erinnert mich an meine Zeit als Missionar in Ghana. Ich habe oft beobachtet, wie Fischer bei Sonnenuntergang mit ihren kleinen Booten auf das Meer hinausgefahren sind, bis man nur mehr ihre Lampen in der Dunkelheit gesehen hat. Die ganze Nacht ausharrend sind sie dann am folgenden Morgen wieder zurückgekehrt.
Die Dorfgemeinschaft hat schon gewartet, um beim Einholen der Netze zu helfen. Trotz harter Arbeit war der Fang oft sehr spärlich, gerade genug, um die Familie zu ernähren, aber keine größeren Fische, um sie auf dem Markt zu verkaufen.
Ähnlich kann man sich die Situation am See von Genezareth vorstellen, als Petrus und die anderen von einem erfolglosen Fischfang zurückkehrten. Deshalb waren die Boote am Morgen frei, und so konnte Jesus ein Boot nehmen und ein Stück hinausfahren, um zum Volk am Ufer zu predigen.
Das Interessante dabei ist, dass Jesus Simon Petrus und die anderen Jünger bei der täglichen Arbeit gerufen hat, Ihm nachzufolgen, indem er ihnen noch vorher sagte, die Netze noch einmal zum Fang auszuwerfen.
Fischer kennen ihre Gewässer und die Zeiten zum Fischfang, da braucht man schon Vertrauen, um dies noch einmal zu tun. Aber als alle Leute die große Menge von Fischen sahen, da wussten sie, dass dieser zweite Fang etwas Besonderes war. Es war ein Zeichen für Petrus, Jakobus und Johannes, dass sich etwas für sie ändern würde.
Ein gläubiger Fischer antwortete auf die Frage, warum Jesus einen Fischer wie Petrus zum Apostel berief: „Wenn einer sich zu Lande bewegt, baut er Straßen und Wege, die er immer benützen wird. Ein Fischer aber sucht die Fische dort, wo sie sind. Deshalb kundschaftet er jeden Tag neue Wege aus, um die Fische ausfindig zu machen. Es kann sein, dass der Weg von gestern nicht zu den Fischen von heute führt.“
Jesus macht deshalb die Jünger zu Menschenfischern, die nicht mehr mit herkömmlichen Netzen und Booten arbeiten werden. Auch die Gewässer werden nicht mehr dieselben sein.
Menschenfischer für das Reich Gottes sein heißt, die Netze der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit auszuwerfen, um dann die Menschen in das Boot der unendlichen Liebe Gottes hineinzuziehen, ein Boot das niemals voll wird, wo jeder Platz hat und wo keiner zurückgeworfen wird.
nach Lukas 5,1-11
Es geschah aber: Als die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte, da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!
Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.
Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen. Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie fast versanken.
Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr! Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.
Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach.