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31.01.2019

Panama – und was jetzt?

Rund 230 Jugendliche aus Österreich beim WJT in Panama - ihre Eindrücke.

 

Beim Weltjugendtag in Panama war alles eine Nummer kleiner als bei vorhergehenden Jugendtagen, dafür aber intensiver.

 

Wer genau zugehört und hingeschaut hat, merkt, dass da eine ganz neue Generation von Engagierten in unserer Kirche heranwächst. Die meisten Teilnehmer besuchen zwar noch die Schule oder sie studieren noch, aber genau sie sind die Menschen, die die politische, gesellschaftliche und soziale Zukunft mitprägen werden. Die einzelnen Veranstaltungen in Panama waren gut gefüllt, aber nicht überfüllt.

 

Es wurde zielorientiert gesprochen und nachgefragt, wie Eva-Maria Steinlein von der Katholischen Jugend berichtet. Sie hat als Koordinatorin mit rund 230 Jugendlichen aus Österreich am Weltjugendtag teilgenommen: „Beim Weltjugendtag stand diesmal die Forderung nach einem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung im Vordergrund.

 

Es ging ganz stark um die Botschaft, dass wir Christen zusammen unterwegs sind: im Glauben, aber vor allem auch im Einsatz für die Schöpfung. Das wurde besonders deutlich, als wir dazu aufgefordert wurden, die Menschen die gerade neben uns standen, als Bruder oder Schwestern zu begrüßen, auch wenn sie von unterschiedlichen Ländern von überall auf der Welt kamen. Da ist mir ganz stark bewusst geworden, dass es wirklich so ist.

 

Die Welt ist eins! Und wir Christen sind für diese Welt, die Umwelt, die Schöpfung verantwortlich – und zwar gemeinsam!“


Eine Generation von Umweltschützern

Vor allem dieses Bewusstsein ist es, was die Jugendlichen aus Panama mitnehmen und nach Österreich bringen wollen, wie Eva-Maria sagt: „Jetzt geht es darum, dass wir uns noch deutlicher die Frage stellen: Passt mein Lebensstil zur Schöpfungsverantwortung?

 

Lebe ich umweltschonend und nachhaltig?


Behandle ich andere so, dass wir alle miteinander wirklich Brüder und Schwestern sind? 

 

Mit diesen Fragen schaffen wir es, den Spirit von Panama ins eigene Leben einzubetten.“

 

Offensichtlich hat der Weltjugendtag in Panama also dazu beigetragen, dass sich die Jugendlichen noch mehr dem christlichen Auftrag der Schöpfungsverantwortung verpflichtet fühlen, der auch von Papst Franziskus erneut angeregt wurde.


Dienen macht uns richtig groß

Das Zweite, was vom Weltjugendtag bleiben wird, ist die spirituelle Komponente, wie Eva-Maria Steinlein erzählt. Tief beeindruckt war sie dabei vor allem durch den Impuls vom steirischen Bischof Wilhelm Krautwaschl, der mit den österreichischen Jugendlichen in Panama über das Dienen gesprochen hat: „Der Impuls war großartig und inspirierend für uns alle. Der Bischof hat uns auf ganz persönliche Art und Weise vermittelt, dass Dienen nichts ist, das uns klein macht. Sondern, dass wir durch das Dienen, also indem wir für andere da sind, erst richtig groß werden.“


Diese Erkenntnis könnte ebenfalls zum Spirit gehören, der die Teilnehmer am Weltjugendtag langfristig prägen wird. „Ja ganz bestimmt“, bekräftigt Eva-Maria: „Wir nehmen einen Motivationsschub mit, den wir mit in unseren Alltag, in unser persönliches Umfeld und klarerweise auch in unser pfarrliches Umfeld nehmen
werden.

 

Das fängt damit an, dass wir Menschen aktiv von den Erfahrungen in Panama erzählen werden. Außerdem hat ein Bischof in Panama die Jugendlichen auch dazu animiert, dass wir Gebetskreise gründen oder andere Projekte ins Leben rufen, bei denen Glaubens- und Gemeinschaftserfahrungen auf einer ganz tiefgehenden Ebene ermöglicht werden.“


Gott in der Stille

Mittlerweile sind so gut wie alle Österreicher, die am Weltjugendtag teilgenommen haben, wieder zurück in Österreich. Viele von ihnen sind im Glauben gestärkt und haben prägende Gotteserfahrungen gemacht, auch Eva-Maria: „Ein Weltjugendtreffen kann für die Teilnehmer prägend für das ganze Leben sein. Denn dort hat Gott ganz einfach die Chance zu wirken und die Menschen zu berühren – und das tut er auch.

 

Mich zum Beispiel bei der abendlichen Vigil und der anschließenden Übernachtung auf dem Feld. So etwas ist abenteuerlich und ergreifend zugleich. Wenn es dunkel wird, wird es gleichzeitig berührend ruhig. Alle sind dann ganz still und eine unglaubliche Kraft wird spürbar.“


Für Eva-Maria Steinlein war es bereits der vierte Weltjugendtag, sie war vorher bereits in Köln, Madrid und Krakau mit dabei. Für viele andere Jugendliche war es hingegen die erste Teilnahme an diesem christlichen Jugend–treffen mit dem Papst. Aber eines ist für Eva-Maria auf jeden Fall fix: „Dass jeder von uns etwas mitnimmt.

 

Eine Teilnahme an einem Weltjugendtag wird immer etwas Bleibendes hinterlassen und sich in weiterer Folge im Alltag bemerkbar machen.“