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20.01.2019

Papst betet für tote Migranten im Mittelmeer

Ansprache auch im Zeichen der Anschläge in Bogota sowie in Vorfreude auf den Weltjugendtag in Panama. Angelus am Sonntag, 20. Jänner 2019.

Papst Franziskus hat für die jüngst im Mittelmeer ertrunkenen Migranten gebetet. "Ich denke an die 170 Opfer, die im Mittelmeer ertrunken sind auf der Suche nach einer Zukunft für ihr Leben", sagte er am er am Sonntag nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Zugleich rief der Papst auch zum Gebet auf "für all jene, die die Verantwortung tragen, an dem was geschehen ist". Im Anschluss betete das Kirchenoberhaupt mit den Menschen auf dem Petersplatz ein "Ave Maria".

Am Freitagnachmittag kenterte rund 45 Meilen vor der libyschen Küste ein in Seenot geratenes Flüchtlingsboot. Laut Angaben der italienischen und der libyschen Küstenwache befanden sich zwischen 25 und 50 Menschen an Bord. Italienische Medien berichteten unter Berufung auf die Internationale Organisation für Migration (IOM), vermutlich seien weitaus mehr Flüchtlinge auf dem Boot Richtung Europa unterwegs gewesen. Die drei einzigen Überlebenden des Unglücks sprachen demnach von rund 120 Menschen. Darunter hätten sich zehn Frauen, davon eine Schwangere, sowie zwei Kleinkinder befunden. 53 weitere Menschen kamen bei einem anderen Bootsunglück zwischen Marokko und Spanien ums Leben.

Bei seinem Mittagsgebet forderte der Papst zugleich auch verstärkte Friedensbemühungen in Kolumbien. Er bete weiter für "einen Weg des Friedens", sagte er und verurteilte zugleich erneut den Bombenanschlag auf eine Polizeischule in Kolumbiens Hauptstadt Bogota als "schweres terroristisches Attentat". Er gedenke aller Opfer und Verletzten sowie ihrer Angehörigen, so der Papst. Bei dem Anschlag wurden am Donnerstag laut kolumbianischen Medienberichten mindestens 21 Menschen getötet. Die Behörden vermuten die ELN hinter dem Anschlag. Präsident Ivan Duque setzte deshalb bereits die Friedensgespräche mit der marxistischen Guerilla aus.

Anlässlich des in der kommenden Woche in Panama stattfindenden Weltjugendtag in Panama, zu dem der Papst am Mittwoch aufbrechen wird, bat Franziskus die anwesenden Pilger um Gebete für die Reise. Dabei setzt das Kirchenoberhaupt auch auf neue Medien: Internet und soziale Netzwerke könnten die Gemeinschaft fördern und zum Austausch von Werten beitragen. "Das Netz kann uns auch helfen, in Gemeinschaft, gemeinsam zu beten", so Franziskus. Konkret empfahl der 82-jährige seine offizielle Gebets-App: "Besonders junge Leute lade ich ein, die App 'Click To Pray' herunterzuladen, um weiter mit mir gemeinsam den Rosenkranz für Frieden zu beten, vor allem während des Weltjugendtags in Panama." Dazu gab es Applaus auf dem Platz.

Außerdem würdigte Franziskus bei seiner Mittagsansprache auch das Engagement von Erziehern. Er ermutigte dazu, sich für eine friedliche Welt durch Bildung einzusetzen. Dabei müsse Bildung allen zugänglich und frei sein von Ideologien, sagte der Papst. "Ein Gebet und ein Glückwunsch für alle Erzieher und Erzieherinnen: Frohes Schaffen." Am 24. Jänner wird der "Internationale Tag der Bildung" erstmals weltweit begangen. 2018 hatten die Vereinten Nationen den Aktionstag beschlossen, um auf die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft und bei der Entwicklung der Menschen hinzuweisen.

Mit Blick auf das Sonntagsevangelium mahnte der Papst die Christen zu einem Leben gemäß der Bibel. "Dem Herrn dienen heißt, seine Worte in Taten umzusetzen", sagte Franziskus. "Was er euch sagt, das tut!" sei der "einfache und wesentliche" Rat der Gottesmutter Maria und "das Lebensprogramm des Christen", so das Kirchenoberhaupt.

Franziskus verdeutlichte dies anhand der Bibelerzählung über die Hochzeit in Kana: Maria informiert Jesus, dass der Wein aus war. Dann weißt sie die Diener an: "Was er euch sagt, das tut!". So füllen sie die verbliebenen Krüge mit Wasser, das Jesus in Wein verwandelt. "Jesus überrascht uns immer", sagte der Papst dazu. Er riet, in schwierigen Lebenslagen Maria um Hilfe zu bitten und dann, wie die Diener bei der Hochzeit von Kana, die Anweisungen Jesu umzusetzen.