Mit Friedenskundgebungen und -märschen sowie ökumenischen Gottesdiensten am Dienstag, 1. Jänner 2019 auf allen Kontinenten möchte die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio dem Friedensanliegen von Papst Franziskus Nachdruck verleihen. In Rom ist ein Friedensmarsch zum Petersplatz geplant. In Deutschland gibt es Friedensmärsche und ökumenische Gottesdienste u.a. in Berlin, München, Würzburg und Aachen. Insgesamt beteiligen sich laut Sant'Egidio mehrere hundert Städte weltweit an der Initiative. Die katholische Kirche begeht den Neujahrstag heuer zum 52. Mal als "Weltfriedenstag".
Die Kundgebungen, Märsche und Gottesdienste sollten "an die vielen Völker erinnern, die immer noch Opfer von Konflikten und Terrorismus und auch von korrupter und ungerechter Politik sind ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schwächeren und nur mit dem Interesse für einige Wenige", heißt es in der Aussendung der katholischen Friedensbewegung.
In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2019 hat Papst Franziskus u.a. eine "Eskalation von Einschüchterungen" in der Politik sowie unkontrollierten Waffenhandel verurteilt. Ebenso unmoralisch seien "politische Diskurse, welche die Migranten aller Übel beschuldigen", schreibt das Kirchenoberhaupt. Die Botschaft trägt den Titel "Gute Politik steht im Dienst des Friedens".
Franziskus betont in seiner Botschaft, Frieden könne sich niemals auf "das bloße Gleichgewicht der Kräfte und der Angst beschränken". Einen anderen zu bedrohen, bedeute, "ihn zum bloßen Objekt zu machen und ihm seine Würde abzusprechen". Vielmehr beruhe Frieden auf "der Achtung jedes Menschen, des Gesetzes und des Gemeinwohls einschließlich der Schöpfung".
Gleichzeitig erinnert Papst Franziskus an den 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Zu diesen Rechten gehörten auch Pflichten - der Politik wie jedes einzelnen Menschen. Insofern sei Frieden "das Ergebnis eines großen politischen Projekts, das auf gegenseitiger Verantwortung und wechselseitiger Abhängigkeit" beruhe, und eine Herausforderung, der sich jeder Mensch "Tag für Tag stellen muss", so der Papst.
Der Weltfriedenstag der katholischen Kirche wird seit 1968 jährlich am 1. Januar begangen; er geht zurück auf eine Initiative von Papst Paul VI. (1963-1978). Zum Weltfriedenstag veröffentlicht der Papst jeweils vorab eine Weltfriedensbotschaft.