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25.12.2018

Irak macht Weihnachten zu offiziellem Feiertag

Regierung in Bagdad greift entsprechende Bitte des chaldäischen Patriarchen Raphael Louis Sako I. auf.

Im Irak ist Weihnachten ab sofort auch ein nationaler Feiertag. Internationalen Medienberichten zufolge griff die Regierung in Bagdad eine entsprechende Bitte des chaldäischen Patriarchen Raphael Louis Sako I. von vor wenigen Tagen auf. So gilt der 25. Dezember nicht mehr nur für die Christen im Land als Feiertag, sondern auch für alle anderen Bürger. "Frohe Weihnachten unseren christlichen Mitbürgern, allen Irakern sowie jenen, die weltweit feiern", heißt es in einer Twitter-Mitteilung der Regierung.

Diese habe das Feiertagsgesetz des Landes entsprechend geändert, berichtete der Sender CNN am Dienstag, 25. Dezember 2018. Seinen Angaben zufolge lebten vor der US-Invasion in den Irak 2003 rund 1,4 Millionen Christen im Land. Seither sank ihre Zahl auf rund 300.000, nachdem Hunderttausende das Land wegen Instabilität, wirtschaftlicher Not sowie vor allem vor der Gewalt von IS-Milizen geflohen sind.

Derzeit hält sich der zweite Mann des Vatikan, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, im Irak auf. An Heiligabend feierte er die Christmette in Bagdad gemeinsam mit Patriarch Sako. Zuvor war der Kardinalstaatssekretär von Ministerpräsident Adil Abd al-Mahdi empfangen worden.

 

ei seinem Besuch im Irak hat der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin Christen und Muslime zu gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit aufgerufen. Die Botschaft von Weihnachten gelte allen Menschen guten Willens, so der zweite Mann im Vatikan bei einer Begegnung mit Regierungsvertretern am Montag in Bagdad. Der Vatikan veröffentlichte die Ansprache sowie Weihnachtspredigten Parolins am Dienstag. Der Kardinal hält sich bis Freitag in dem Land auf.

Als Einzelne wie als Gemeinschaften seien Muslime und Christen aufgerufen, "Licht zu bringen in die Dunkelheiten von Angst, Sinn- und Verantwortungslosigkeit und des Hasses". Die Verschiedenheit der Menschen sei eine Chance gegenseitiger Bereicherung, so Parolin bei der Begegnung mit Ministerpräsident Adil Abdul Mahd und anderen Regierungsvertretern.

Anschließend feierte der Vertreter des Papstes in drei verschiedenen Kirchen die Weihnachtsgottesdienste mit. Dabei dankte er den Christen für ihr Glaubenszeugnis. Dieses sei wichtig für die gesamte Christenheit. Parolin rief die Christen auf, mit neuer Hoffnung ihren Beitrag zur Gesellschaft ihres Landes zu leisten.