Der Feldkircher Bischof Benno Elbs und der Linzer Bischof Manfred Scheuer haben in Weihnachts-Zeitungskommentaren an die gemeinsame Menschenwürde von Kindern, ohne herkunftsmäßige oder soziale Unterschiede, von Flüchtlingen sowie von Ausgegrenzten erinnert. Die Ankunft Jesu bedeute eine Zeit der Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit und des Friedens, die durch Taten weitergehen solle, so Elbs in den "Vorarlberger Nachrichten" am Montag, 24. Dezember 2018: "Ich bin mit vielen Menschen in Kontakt, die genau das voll Hingabe tun: Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich kleiner wird; die das Miteinander der Generationen fördern oder geflüchtete Menschen bei der Integration oder im Asylverfahren unterstützen. Ihnen allen danke ich für ihren Einsatz im Dienste der Menschlichkeit."
Der Bischof erinnerte, dass sich vor wenigen Tagen zum 70. Mal die Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hatte. "Jedes Kind, das zur Welt kommt, hat dieselbe Würde, die ihm durch nichts und niemanden genommen werden kann. Heute, da wir die Geburt Jesu feiern, dürfen wir uns das ganz besonders sagen lassen."
Das Kind aus Bethlehem habe eine Revolution der Mitmenschlichkeit begonnen. "Es liegt an uns, diese Geschichte weiterzuschreiben! Setzen wir uns dafür ein, dass Menschenwürde und Menschenrechte groß geschrieben werden", so Elbs.
Bischof Scheuer schreibt in den "Oberösterreichischen Nachrichten" am 24. Dezember, jeder geborene Mensch stehe für einen Neuanfang, mit jeder Geburt eines Menschen komme etwas Neues in die Welt. "Es ist die Einmaligkeit des nun beginnenden Lebens, die eine Geburt so besonders macht. Diese positive Sichtweise auf die Welt wird zu Weihnachten erfahrbar, so die Philosophin Hannah Arendt: 'Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien 'die frohe Botschaft' verkünden: 'Uns ist ein Kind geboren'. Mit der Geburt Jesu bejaht Gott das menschliche Leben von Anfang an, ungeachtet von Herkunft und sozialem Status."
Die Umstände der Geburt Jesu seien genau betrachtet erbärmlich gewesen. Um das zu veranschaulichen, habe Franz von Assisi 1223 die Idee gehabt, die Geburtsszene in einer Felshöhle in Greccio, die als Stall benutzt wurde, nachzubilden. "Was man in den Nachbildungen aber nicht umzusetzen vermag, ist der Gestank, ist die mangelnde Hygiene, ist der Dreck. Gott war sich nicht zu schade für diese Zustände. Gott ist kein Gott der Perfekten und Vollkommenen. Gott ist ein Gott, der die menschliche Realität am eigenen Leib kennenlernte", so Scheuer.
Gott sage Ja zum menschlichen Leben von Anfang an und unter allen Umständen. Für Christen ergebe sich daraus die Verpflichtung zur aktiven Teilnahme am Leben möglichst aller Menschen und die Verantwortung, füreinander einzutreten. "Das setzt voraus, dass der Achtung, der Würde und der Integrität jedes Menschen absolute Priorität eingeräumt werden muss. Es muss die Bereitschaft hochgehalten werden, diese Werte zu schützen und zu fördern. Armut, Flucht und Ausgrenzung können die Christinnen und Christen schlichtweg nicht kalt lassen. Denn Gott hat durch seine Menschwerdung eine eindeutige Wahl für den Menschen - ohne Ausnahme - getroffen."
Militärbischof Werner Freistetter thematisierte in einer Botschaft von 24. Dezember Hunger und Massenelend zu Weihnachten 1918, als kurz zuvor die Republik gegründet worden war. Es habe damals seitens Kardinal Friedrich Gustav Piffls den Appell an die Priester gegeben, "einen friedlichen und geordneten Übergang" von der Monarchie zur Republik zu unterstützen. Denn es gelte auch - so Piffl -, "die Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung nicht noch mehr zu verschärfen".
Freitstetter würdigte insbesondere die Sorge des Kardinals für die zurückkehrenden Soldaten. Sie kämen "aus begreiflichen Gründen vielfach in sehr verbitterter Stimmung aus dem Feld". Piffl appellierte an die Priester, ihnen zu helfen, sie zu trösten und ihnen zuzuhören.