Die UN-Generalversammlung hat am 17. Dezember die UN-Deklaration über die Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen mit überwältigender Mehrheit angenommen. Für die Dreikönigsaktion (DKA) ist das ein "historischer Schritt" zur Bekämpfung des weltweiten Hungers. "Mit der UN-Erklärung werden weltweit Kleinbauernfamilien besser gegenüber den Interessen großer Agrarkonzerne geschützt", heißt es es in einer Aussendung vom Dienstag. Da das Hilfswerk der Katholischen Jungschar in besonderer Weise Kleinbauern-Projekte unterstützt, sei die nunmehrige Deklaration "Rückenwind" für die eigene Arbeit und die anlaufende Sternsingeraktion.
Das Überleben der Kleinbauern sei zentral für die Lebensmittel-Produktion, "denn 70 Prozent aller Lebensmittel wachsen auf ihren Feldern. Sterben die Bauern, hungert die Welt", heißt es in der Aussendung weiter. Zu schaffen mache vielen Kleinbauern die industrielle Landwirtschaft, wie sie auch von der EU-Agrarpolitik gefördert werde. Diese fresse Ressourcen und mache die Menschen abhängig von Saatgutfirmen, Krediten und Lebensmittelkonzernen. Nicht selten würden Kleinbauern auch von Agrarkonzernen von ihrem Land vertrieben, um dort Ananas, Bananen oder Ölpalmen für den Export anzubauen.
Um Armut nachhaltig zu beseitigen, brauche es deshalb ein verbrieftes Recht auf ausreichende und gute Nahrung, das sie auch einfordern können. Agrarpolitik dürfe nicht die Profite weniger im Blick haben. Sie müsse vielmehr die Umwelt schützen, gesunde und vielfältige Ernährung gewährleisten und die Lebensgrundlage der Bauern bewahren, so die DKA. Wie Lebensmittel produziert und verteilt werden, habe einen großen Einfluss auf die weltweite Ernährung. "Obwohl weltweit genug Lebensmittel produziert werden, sind Hunger und Unterernährung für fast eine Milliarde Menschen trauriger Alltag."
Die in den kommenden Wochen von rund 85.000 österreichischen Kindern durchgeführte Sternsinger-Spendenaktion unterstützt rund 500 Projekte gegen Armut und Unrecht in Asien, Afrika und Lateinamerika, wobei sich ein großer Teil davon in besonderer Weise der Verbesserung der schwierigen Situation der Kleinbauern widmet.
Zu den diesjährigen Beispielprojekten zählt die Partnerorganisation Agro-Eco auf der philippinischen Insel Mindanao, wo die Hälfte der 26 Millionen Einwohner in Armut - und viele auch in Hunger - leben. Anbau widerstandsfähiger Reissorten, Umweltschutz und Biolandbau sollen helfen, dass die Ernte trotz der Zurückdrängung der Kleinbauern durch Agrokonzerne sowie Taifune und andere Klimawandel-Folgen zum Überleben reicht. Die Sternsinger würden ihre Stimme daher auch "für das Recht auf Nahrung für alle Menschen" erheben.