Anna Witt ist die Otto-Mauer-Preisträgerin des Jahres 2018. Die in Wien lebende deutsche Performance- und Videokünstlerin geht in ihrer Arbeit vor allem gesellschaftlichen und sozialen Fragen nach und versucht – meist gemeinsam mit anderen Menschen – in künstlerischen Versuchsanordnungen etwas darüber herauszufinden.
Witts Videoarbeit „Care“ beispielsweise behandelt das Thema der Altenpflege in der stark überalterten Gesellschaft Japans.
Basierend auf den Arbeitsabläufen und den Erfahrungen zweier junger indonesischer Pflegerinnen entwickelte eine Gruppe von Amateurtänzerinnen für das Video eine Choreografie.
Die Tänzerinnen, einige von ihnen selbst schon an die achtzig, setzen ihre Interpretation der Pflegearbeit tänzerisch in den Straßen der von Überalterung und Bevölkerungsschwund betroffenen Innenstadt von Maebashi (100 km nördlich von Tokio) um.
Auf einer Textebene erzählen die Pflegerinnen aus Indonesien von ihren Beweggründen, im Ausland nach Arbeit zu suchen. Wir erfahren von einer massiv alternden Gesellschaft, in der die Pflege von Alten nicht öffentlich thematisiert wird.
Anna Witt wurde 1981 in Wasserburg in Bayern geboren und studierte an den Kunstakademien in München und Wien. Sie ist aktuell auch in der Gruppenausstellung „Der Wert der Freiheit“ im Belvedere 21 vertreten.
Der von Generalvikar Nikolaus Krasa am 28. November überreichte Otto-Mauer-Preis gilt als eine der wichtigsten Ehrungen für junge Künstler in Österreich und ist mit 11.000 Euro dotiert.
Der Preis werde einer Künstlerin verliehen, „die es versteht, gesellschaftlich relevante Themen mit Witz und Leichtigkeit, aber auch mit Präzision in einer qualitativ hochwertigen künstlerischen Form auf den Punkt zu bringen“, heißt es in der Begründung der Jury.
Ausschlaggebend für die Zuerkennung des Preises „war ihr auf einem hohen künstlerischen Niveau erbrachtes soziales Engagement“.