Vertreter der katholischen Kirche haben Annegret Kramp-Karrenbauer zu ihrer Wahl als neue CDU-Vorsitzende gratuliert. Die 56-jährige Saarländerin sei "stark in der katholischen Kirche beheimatet", sagte der Vertreter der katholischen Bischöfe in Berlin, Karl Jüsten, am Freitagabend, 7. Dezember 2018 dem Kölner domradio.
Gegenüber ihren Mitbewerbern Friedrich Merz und Jens Spahn habe sie einen gewissen Vorteil gehabt, weil sie als CDU-Generalsekretärin in das Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel gegangen sei, so Jüsten. "Sie weiß also genau, wo der Partei der Schuh drückt und kennt sehr viele Themen, die die Menschen und auch uns als Kirche bewegen."
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wünschte via Twitter "Glück, Erfolg, Freude und über allem Gottes Segen". Kramp-Karrenbauer ist selbst Mitglied im höchsten Gremium der katholischen Laien in Deutschland.
Die Politikerin war zuvor auf dem CDU-Parteitag in Hamburg im zweiten Wahlgang mit 517 von 999 abgegebenen Stimmen zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Auf ihren Herausforderer Friedrich Merz entfielen 482 Stimmen. Jens Spahn war im ersten Wahlgang, bei dem keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreichte, als Drittplatzierter ausgeschieden.
Nach ihrer Wahl erhielt Kramp-Karrenbauer am Freitag auch Glückwünsche von Vertretern der Juden und Muslime in Deutschland. "Ich bin zuversichtlich, dass die CDU unter der Führung ihrer wahlkampferprobten neuen Vorsitzenden den Status als Volkspartei bestätigen und festigen kann, der für die Stabilität unserer Demokratie so wichtig ist", erklärte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch. Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland fügte hinzu, sie wünsche sich von Kramp-Karrenbauer ein "entschlossenes Vorgehen" gegen die AfD und deren "menschenfeindliche sowie oft genug antisemitischen Äußerungen".
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, twitterte: "Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen für die Arbeit in der Partei und für unser Land."