Papst Franziskus hat eindringlich den Schutz der Menschenrechte von Flüchtlingsfamilien angemahnt. Familien, die heute ähnliche Situationen wie damals Josef und Maria erlebten, dürften nicht sich selbst überlassen werden, sagte er am Samstag, 8. Dezember 2018 an der Mariensäule nahe der Spanischen Treppe in Rom.
"Menschenrechte stehen vor jedem noch so legitimen Bedürfnis", so das Kirchenoberhaupt. Zu der traditionellen Zeremonie zum Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens hatten sich Tausende Gläubige und Schaulustige versammelt. Auch Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi nahm an der kurzen Andacht teil.
Franziskus nahm auch Raggi in die Pflicht: Mit Blick auf das Gemeinwohl der Stadt bat er für alle, die "Ämter besonderer Verantwortung" trügen, um Weisheit, Weitblick sowie einen "Geist der Dienstbarkeit und Zusammenarbeit". Der Papst erbat von der Gottesmutter zudem Kraft für die Bürger Roms, damit diese trotz der "Mühseligkeiten" des römischen Alltagslebens nicht müde würden, sich für ein besseres Rom einzusetzen: "Denn wenn jeder Einzelne gut seine Pflicht erfüllt, sichert das die Rechte aller."
Auf dem Weg zur Mariensäule hatte Franziskus einen Zwischenhalt an der Basilika Santa Maria Maggiore eingelegt, um vor der Marien-Ikone "Salus Populi Romani" zu beten. Im Anschluss an seine Andacht bei der Spanischen Treppe wollte er den Sitz der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" in der nahegelegenen Via del Tritone aufsuchen.
Die Mariensäule nahe der Spanischen Treppe wurde 1856 errichtet, um an das von Papst Pius IX. zwei Jahre zuvor erlassene Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens zu erinnern. Pius XII. (1939-1958) begann, dort am 8. Dezember regelmäßig Blumen niederzulegen. Seither haben die Päpste diese Tradition fortgeführt.