Fast 1,2 Millionen Euro hat die Stadt Wien seit dem Jahr 2010 für Schwangerschaftsabbrüche von Mindestsicherungs-Bezieherinnen bezahlt, jedoch keinen Cent für die Schwangerenberatung der Lebensschutzbewegung "Aktion Leben" ausgegeben. Das kritisierte der überkonfessionelle, überparteiliche und karitative Verein, der sich vorwiegend aus privaten Spenden finanziert, in einer Aussendung am Montag, 26. November 2018.
Konkret gab die Stadt in den letzten neun Jahren 1.180.820,84 Millionen Euro für 4.211 Schwangerschaftsabbrüche von Mindestsicherungs-Bezieherinnen aus, sagte der Wiener Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport, Peter Hacker, auf eine entsprechende Anfrage der ÖVP-Gemeinderätin Caroline Hungerländer. Abgelehnt wurde hingegen das Ansuchen von "Aktion Leben", ihre Angebote für schwangere Frauen in alle betreffende Druckwerke und auf alle Websiten der Stadt aufzunehmen, kritisierte Kronthaler.
Eines der vielen Negativ-Beispiele sei etwa die Website www.geburtsinfo.wien. "Frauen werden durch die einseitige Informationspolitik massiv bevormundet", so Kronthaler: "Für die besonderen Notlagen, die durch eine Schwangerschaft oder Geburt eines Kindes entstehen können, hat die Stadt nicht nur kein Geld, sondern auch kein Ohr. Gespräche zur Verbesserung der Situation schwangerer Frauen werden seit Jahrzehnten verweigert. Mitte September baten wir den neuen Bürgermeister Michael Ludwig um einen Gesprächstermin. Wir warten bis heute auf eine Antwort."
"Finanzielle Unterstützung für die kostenlose und non-direktive Schwangerenberatung wie jene von 'Aktion Leben' ist Wien keinen Cent wert. Diese einseitige Politik der Stadt schadet Frauen, die sich wegen einer Schwangerschaft in einer Krise befinden", so Generalsekretärin Martina Kronthaler. Laut der Lebensschutzbewegung würde die Stadt vorhandene, kostenlose und professionelle Beratungsangebote "gezielt verschweigen".
Sogar für das von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreute Kindersachspenden-Lager müsse der Verein der Stadt Miete zahlen. Kronthaler erinnerte daran, dass schwangere Frauen wissen müssten, wo sie rasch unabhängige und kostenlose Beratung und Unterstützung bekommen könnten, ganz besonders im Konflikt, und dass dies auch der Stadt Wien ein Anliegen sein müsse.
Darüber hinaus forderte die Generalsekretärin die Einrichtung eines Hilfsfonds für schwangere Frauen in Not, der über den gleichen Betrag verfügen solle, den die Stadt jährlich für Abbrüche bereitstellt, und eine flächendeckende, niederschwellig erreichbare und kostenlose Verhütungsberatung. Die Lebensschutzbewegung spricht sich außerdem für eine Informationskampagne bei Gynäkologen über alle Einrichtungen, die professionelle und psychosoziale Schwangeren-Beratung anbieten.