vom 33. Sonntag im Jahreskreis; Markus 13,24-32
Diese Woche führt uns das Evangelium kurz vor dem Ende des Kirchenjahres zu einem sehr ernsten Thema, dem Ende der Welt.
Jesus erzählt, dass einmal alle sichtbaren Zeichen verschwinden werden: Weder Sonne noch Mond werden weiter bestehen, noch alle die Sterne am Himmel; alles habe einmal ein Ende. – Ein wahrhaft dramatisches Bild!
Ist unser Tun und Streben hier auf Erden letztendlich doch sinnlos? Wo bleibt die Hoffnung angesichts der drohenden Tragödie, wo bleibt die „Frohe Botschaft“ des Evangeliums?
Erst vor wenigen Tagen haben wir Anfang November unserer Verstorbenen gedacht. Hier an der Pazifikküste geschieht das, so wie in Lateinamerika üblich, auf sehr bunte Art und Weise.
Die Menschen versuchen am Friedhof mit den Seelen ihrer verstorbenen Verwandten in Kontakt zu treten und ein fröhliches Fest zu feiern. Hoffnung angesichts des Todes?
Im Gegensatz zu Europa fällt „Allerheiligen“ auf der Südhalbkugel in den Frühling. Es ist also ein Fest der „Auferstehung“, der Hoffnung auf ein „ewiges Leben“.
Auch wenn unser irdisches Leben einmal zu Ende geht und, so die Prophezeiung, einmal auch die ganze Welt, dürfen wir nicht verzagen, denn die Hoffnung liegt in der Vision vom „Menschensohn“;
Er wird erscheinen: mit aller Gewalt und mit aller Majestät. Und er wird all seine Engel schicken, um die Auserwählten von überall her zu ihm zu bringen.
Darin liegt auch meine Hoffnung, dass Gott dereinst auch auf mich nicht vergisst, trotz all meiner Fehler und Schuld, die ich ihm mit dem totalen Vertrauen auf seine Barmherzigkeit zu Füßen legen werde, und auf seine Vergebung hoffe.
Jesus gibt uns noch einen weiteren Anhaltspunkt, der besonders im ländlichen Raum leicht verstanden wird: Es ist das Bild vom Feigenbaum. Wenn die Äste saftig werden und die Blätter austreiben, steht der Sommer vor der Tür. Das ist kaum zu übersehen.
Doch diese Bäume haben weiters die Eigenschaft, da sie mehrere Ernten pro Jahr hervorbringen können, dass die Früchte nicht gleichzeitig reifen.
Was hilft, um die reifen von den unreifen Früchten zu unterscheiden, ist die genaue Beobachtung. Wie entwickelt sich mein christliches Leben, mein Glaube? Bin ich schon bereit für die Ernte? Woran muss ich noch arbeiten, um weiter zu reifen?
Jesus rät uns, wachsam zu bleiben. Denn niemand kennt den Tag und die Stunde, an der der Menschensohn kommt. So hoffe auch ich, dass ich letztlich mit ihm in aller Liebe verbunden sein werde, ganz egal, wo ich gerade stecke, damit mich der grosse Augenblick nicht unvorbereitet trifft.
nach Markus 13,24-32
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die
Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammen– führen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht.
Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.