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Tyrolia-Verlag
12.11.2018

Lernen aus der Vergangenheit

In „Der blaue Himmel trügt“ erzählt Reinhold Stecher von seinen Erlebnissen in den Jahren 1938 bis 1945.

 

 

Das „Verbrechen“ des Tirolers Reinhold Stecher (er war von 1981 bis 1997 Bischof der Diözese Innsbruck, er starb 2013) in der NS-Zeit ist schnell erzählt:

 

Ihm wurde von den Nationalsozialisten die Beteiligung an der Organisation einer Wallfahrt vorgeworfen. Nach Kriegsbeginn 1939 wurde der Theologiestudent Stecher zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, nach zweimonatiger Einzelhaft 1941 wurde er der Wehrmacht zugeteilt.

 

In Nordrussland und in Finnland erlebte er die schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkriegs, das sinnlose Sterben für „Führer und Vaterland“ in den Weiten Osteuropas. Und doch gelingt es ihm, den Glauben zu bewahren und auch im Kriegsalltag Mensch zu bleiben.

 

Berührend ist die Geschichte, wie er und sein priesterlicher Freund im Gefängnis der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Eucharistie feiern. Als Kelch verwendete sein Freund einen Rasierseifendosendeckel.

 

Das Buch ist eine Mahnung in Zeiten wie diesen, wo Asylantenheime brennen und Dummköpfe wieder öffentlich „Heil Hitler“ schreien. Wachsamkeit ist gefragt, so lautet der Grundtenor des Buches, das auch Aquarelle und Zeichnungen des Autors beinhaltet.

 

Die biblische Mahnung ist aktuell: „Denke an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte“ (Buch Deuteronomium, Kapitel 32, Vers 7).


Mein Fazit:

Ein anregendes Buch, das die Schrecken von Diktatur und Krieg schonungslos aufzeigt. Stecher warnt auch eindringlich vor der immer möglichen Wiederkehr national-rassistischer Gedanken.