Montag 29. Juni 2026

Schnellsuche auf der Website

31.10.2018

Papst bei Generalaudienz: Sechstes Gebot gilt für alle Christen

"Eine erwachsene Frau, ein erwachsener Mann zu werden, bedeutet, zu einer bräutlichen und elterlichen Lebenshaltung zu finden".

Ehebruch, Lüsternheit und Untreue sind nach Aussage von Papst Franziskus Zeichen einer unreifen Persönlichkeit. Wer so handle, wolle sein Leben für sich behalten und werte Situationen nur anhand eigener Interessen, sagte der Papst bei seiner Generalaudienz am Mittwoch, 31. Oktober auf dem Petersplatz. In seiner wöchentlichen Katechesenreihe zu den Zehn Geboten sprach er dieses Mal über das sechste Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen.

 

Auch wenn sich dies in erster Linie an Eheleute richte, gelte das Gebot doch auch allen Christen, so der Papst weiter. "Jede christliche Berufung", nicht nur die zur Ehe, sei in gewissem Sinne "bräutlich". Denn sie stamme aus der verbindenden Liebe zu Christus.

 

So brauche die Kirche auch keine Bewerber für den Status und die soziale Rolle eines Priesters. Wer dies anstrebe, solle "lieber zu Hause bleiben". Nötig seien vielmehr Männer, die "von bedingungsloser Liebe zur Braut Christi", der Kirche, beseelt seien und das Volk Gottes "mit aller Väterlichkeit, Zärtlichkeit und Kraft eines Bräutigams und Vaters lieben", so Franziskus weiter. Er bezog sich dabei auf den Apostel Paulus, der in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus die Liebe zwischen Eheleuten mit der Liebe zwischen Christus und der Kirche vergleicht.

 

Der Weg menschlicher Reife führe vom Umsorgt werden zum Sorgen für andere, vom "Empfangen des Lebens" zum "Leben geben". Eine erwachsene Frau, ein erwachsener Mann zu werden, bedeute auch, zu einer "bräutlichen und elterlichen Lebenshaltung" zu finden. Das sechste Gebot gründe im Aufruf zur Liebe; dieser zeige sich in Treue, Aufnahmebereitschaft und Barmherzigkeit.