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25.10.2018

Exklusiv: Auf der Spitze des Stephansdoms

137 Meter Höhe! Schwindel-erregende Ausblicke! Nichts für schwache Nerven!
Chefredakteur Michael Ausserer hat mit Dompfarrer Toni Faber die Spitze des Südturmes des Stephansdoms bestiegen. (Mit Video)

 

Dompfarrer Toni Faber breitet seine Hände aus und beginnt zu beten. Toni Faber: „Von hier oben bete ich für alle Menschen in Wien: Für Friede, Gesundheit und Freude – und für göttlichen Beistand.“

 

343 Stufen zur Türmerstube

Für Dompfarrer Toni ist es bereits die 55ste Besteigung dieses imposanten Turmes. Wir treffen uns um 7:00 Uhr in der Früh und steigen die 343 Stufen bis zur Türmerstube nach oben. Hier war früher ein Beobachtungsraum der Wiener Feuerwehr untergebracht, da man von hier oben ganz Wien überblicken kann. Hier ist für die meisten Besucher der Aufstieg zu Ende. Doch für uns beginnt er hier erst richtig.


Dompfarrer Toni öffnet mit einem mittelalterlichen Schlüssel ein quietschendes Eisentor und wir steigen die Wendeltreppe weiter nach oben. Obwohl unsere gesamte Gruppe sportlich ist, kommen wir hier alle schon ins Schwitzen. Es geht hinein in einen Raum, in dem uns zwei Steinmetze der Dombauhütte, die eine spezielle Ausbildung dafür haben, Klettergurte und Schutzhelme anlegen. Zitat: „Alles TÜV geprüft!“.

 

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Durch das Angstloch

Und dann beginnt die Challenge. Im Turminneren geht es weiter nach oben, über wackelige Holzleitern. Beinahe jede zweite Sprosse dürfte irgendwann durchgebrochen sein – denn sie sind an vielen Stellen durch runde Eisenstäbe ersetzt, die sich beim Anhalten drehen. Der Puls steigt merklich – nicht nur wegen der körperlichen Anstrengung …


Nachdem wir gut gesichert mehrere lange Leitern nach oben gekraxelt sind, kommen wir in eine letzte kleine Turmstube. Toni Faber zeigt auf eine winzig kleine Eisentür und sagt: „Das hier ist das Angstloch. Hier müssen wir rausklettern.“


Meint er tatsächlich dieses kleine – vielleicht 60 x 35 Zentimeter breite Türchen? Offensichtlich!


Weil es so eng ist, kann man sich nur mit dem Kopf voraus rauszwängen – auf einen kleinen Vorsprung, der aus vier alten – parallel verlaufenden – Eisenstäben besteht. Jetzt ist klar, warum das hier Angstloch heißt. Unter einem geht es mehr als 110 Meter senkrecht in die Tiefe. „Spätestens hier trennt sich die Spreu vom Weizen“, erklärt Toni Faber: „Nicht Wenige, mit denen ich hier heraufgestiegen bin, kehren hier um.“

 

Ausblick auf 137 Metern Höhe

Soweit wollen wir es nicht kommen lassen. Wir nehmen all unseren Mut zusammen und steigen auf die kleine Plattform nach draußen. Etwa eineinhalb Meter über unseren Köpfen beginnt eine kleine Eisenleiter. Die gilt es zu erreichen. Das geht nur, wenn man auf einen dünnen Handlauf steigt und sich dann klettertechnisch geschickt nach oben zieht. Von hier aus geht es dann noch mehr als 25 Meter über mehrere überhängende Eisenleitern nach oben. Ein echtes Abenteuer!


Doch dann: geschafft! 137 Meter Höhe! Ausblick: Genial! Vollgepumpt mit Adrenalin! Einfach nur großartig!


Toni Faber: „Ich bin jetzt bereits zum 55sten Mal hier oben. Aber man gewöhnt sich an dieses Gefühl nie – es ist immer wieder aufs Neue beeindruckend. Ich fühle mich hier unserem Gott besonders nahe!“


Ich kann das nachvollziehen …