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08.10.2018

„Mut zu vertrauen“ - Wahrnehmungen der Jugendsynode

Im Mittelpunkt der Jugendsynode steht die Sorge um die Zukunft.

„Die Verantwortlichen brauchen den Mut sich ehrlich dem Gespräch zu stellen, im Vertrauen darauf, dass die Gesprächspartner die Kirche gemeinsam gestalten wollen. Es geht nie darum jemanden fertig zu machen oder auszuschließen.“, sagt Simon Schmidbaur (28 Jahre). Schmidbaur ist als Dienststellenleiter der Jungen Kirche der Erzdiözese Wien nah dran an den Geschehnissen im Vatikan.

 

Es braucht neue Formen der Partizipation

Bei Begegnungen mit Synodenteilnehmenden werde häufig von Mut gesprochen. „Um echte Beteiligung zu ermöglichen, braucht es auch Mut. Die Bischöfe scheinen zu erkennen, dass es neue Formen von Partizipation braucht, um Menschen anzuziehen.“, stellt Lisa Huber (27 Jahre) fest. „Häufig werden junge Menschen zur Dekoration in der Kirche beteiligt, um Fürbitten zu lesen, oder um bei einer Veranstaltung teilzunehmen. Echte Beteiligung ist aber mehr: Das ist Beteiligung an der Verantwortung, das ist Gestaltungsfreiraum, das ist Mitbestimmung.“

 

Diese Herausforderung wurde auch bei der Begegnung der Jungen Kirche mit Jugendbischof Stephan Turnovszky behandelt. „Muss die Macht beim geweihten Amt liegen?“, fragt Turnovszky, „Leitung soll an die Weihe gebunden sein, sagte das Zweite Vatikanische Konzil, aber gilt das noch?“. Im Team zu arbeiten, Leitung und Verantwortung zu teilen und mitbestimmen zu können, waren Stichworte dazu.

 

Feier mit deutschsprachiger Gemeinde

Weihbischof Stephan Turnovszky feierte am Sonntag in der deutschsprachigen Gemeinde „Santa Maria dell’Anima“ in Rom die Eucharistiefeier. In seiner Predigt fand er deutliche Worte für ein weiteres wichtiges Thema der Jugendsynode: Sexualität. „Es gibt in der Sexualmoral Unverfügbares und Entwickelbares. Was außerhalb der Ehe an Sexualität passiert, kann nicht alles in einen Topf geworfen werden. Hier muss differenziert werden. Geht es um Liebe?“

 

Turnovszky beschrieb die Notwendigkeit über Sexualität und Kirche im Gespräch zu bleiben und beschrieb die Wichtigkeit dieses Themas in der Synodenversammlung. Anschließend wurde gemeinsam zu Mittag gegessen und am „Pincio“ in der Nachmittagssonne die Erfahrungen der Synode reflektiert. „Es tut gut, mit jungen Menschen zu sprechen, emotional zu diskutieren und diese Leidenschaft zu erfahren.“, schloss der Jugendbischof.

 

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