Der Taifun "Mangkhut" hat am Samstag, 15. September 2018 die Philippinen mit voller Wucht erreicht. 590.000 Menschen sind direkt von der Zerstörung durch den Taifun betroffen, 190.000 in Evakuierungszentren untergebracht. Die Caritas vor Ort hilft den Betroffenen mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikeln. In einem nächsten Schritt soll nun Material für Reparaturen an Unterkünften an die Menschen verteilt werden. Unterstützt wird die Organisation dabei von der Caritas Österreich, die 20.000 Euro zur Verfügung stellt. Hilfe müsse möglichst rasch und effizient erfolgen, betonte Christoph Schweifer von der Caritas-Auslandshilfe am Montag, 17. September 2018 in einem Spendenaufruf.
Der Taifun, der mit mehr 200 Kilometern pro Stunde über die Nordspitze des Landes hinweggezogen war, hinterließ einen Schneise der Verwüstung. "Er ist damit der bisher stärkste Taifun in diesem Jahr", so Schweifer. Vor allem seit dem schrecklichen Taifun "Haiyan" 2013 ist die Caritas mit Hilfsprojekten und Katastrophenvorsorge vor Ort tätig. "Das bedeutet, dass etwa Evakuierungszentren gebaut wurden, die jetzt in der Notsituation den Menschen Zuflucht bieten."
Infolge von "Mangkhut" gab es laut Behörden bis zu 100 Todesopfer. Auf der größten Insel Luzon wurden viele Straßen durch Überflutungen und Erdrutsche unpassierbar, mehrere Brücken stürzten ein. Hilfswerken zufolge ist die Situation weiter bedrohlich: Die Bewohner der Taifun-Region sind vor allem arme Menschen, die von der Landwirtschaft abhängig sind und von der Zerstörung großer Teil der Ernte nun schlimm in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das Ausmaß der Katastrophe ist allerdings derzeit noch kaum abzuschätzen, da anhaltende Regenfälle den Zugang in das Gebiet erschweren.
Auch bei der Dreikönigsaktion sind Soforthilfe-Programme für die Taifunopfer angelaufen. Die Projektpartner vor Ort berichteten von einem "katastrophalen Bild", mit schwerer Verwüstung ganzer Landstriche und der Isolierung vieler Dörfer von der Umgebung aufgrund von Erdrutschen. "Weite Regionen sind ohne Wasser- und Stromversorgung. Es ist mit hohen Ernteausfällen zu rechnen. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Opfer noch ansteigt", hieß es in einer Mitteilung des entwicklungspolitischen Hilfswerks der Katholischen Jungschar vom Montag.
Vielen Menschen vor Ort sei in den letzten Jahren - auch unterstützt durch Spenden der Sternsinger - eine Verbesserung ihrer Lebenssituation gelungen. "Sie stehen jetzt vor dem Nichts. Es gilt, ihnen möglichst rasch wieder auf die Beine zu helfen", fasst Stefan Lumplecker, Philippinen-Referent der Dreikönigsaktion, die Infos der Partnerorganisationen vor Ort zusammen. Die Dreikönigsaktion bitte daher um Spenden für die betroffenen Menschen vor Ort.
Die Philippinen sind auch das Schwerpunktland der kommenden Sternsingeraktion rund um den Jahresbeginn 2019, kündigte das kirchliche Hilfswerk an. Man bete speziell um Spenden für Bauernfamilien, die unter den Auswirkungen des Klimawandels wie den immer stärker werdenden Taifunen leiden. In einem Beispielprojekt geht es vor allem auch darum, wie sich einfache Bauern gegen die Auswirkungen der Naturkatastrophen und den Klimawandel wappnen können. "Die tragische Aktualität zeigt, wie dringend notwendig diese Maßnahmen sind", so Lumplecker.