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11.09.2018

"Jugend Eine Welt" startet Ebola-Hilfsprogramm im Kongo

Bitte um Spenden für Aufklärung- und Prävention durch Projektpartner in Don-Bosco-Zentren.

"Jugend Eine Welt" startet ein Hilfsprogramm gegen die sich im Kongo ausbreitende Ebola-Seuche: Es sei nicht nur die verheerende Sicherheitslage, die den Kampf gegen die Ausbreitung der tödlichen Epidemie im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo seit Wochen erschwert, hieß es in einer Aussendung des katholischen Hilfswerkes am Dienstag, 11. September 2018. Auch zahlreiche Ängste und irrationale Mythen wie Ansteckungsschutz durch den Verzehr von Zwiebeln trügen dazu bei, "dass viele Menschen sich nicht untersuchen lassen, Impfungen verweigern und erkrankte Personen zuhause verstecken".

 

Seit mehr als 15 Jahren sind die Don-Bosco-Projektpartner von "Jugend Eine Welt" im Osten der Demokratischen Republik tätig, mit ihren Bildungseinrichtungen erreichen sie Tausende bitterarme Kinder und Jugendliche. Angesichts der Ebola-Krise sollen nun in sämtlichen Don-Bosco-Schulen, -Kindergärten und -Jugendzentren Präventions- und Notfallmaßnahmen gestartet werden. Dafür bittet "Jugend Eine Welt" um Spenden.

 

Zur Zielgruppe gehören neben den Schülern und Straßenkindern, die die Don-Bosco-Zentren regelmäßig besuchen, auch die Mitglieder von Elternvereinen und Kirchengemeinden. "Wissen kann im Fall von Ebola Leben retten - nicht nur in Hinblick auf die Verhinderung einer Ansteckung", betonte "Jugend Eine Welt"-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Je früher sich Infizierte in medizinische Behandlung begäben, desto größer seien ihre Überlebenschancen.

 

Fluch "böser Geister"

Mit gezielter Aufklärung will man auch Vorstellungen beikommen, die die Ausbreitung der Seuche begünstigen: Manche hielten Ebola für einen Fluch "böser Geister", es kursierten auch Gerüchte, dass in den Ebola-Krankenstationen Gliedmaßen abgetrennt würden oder die Menschen dort verhungern müssten. Über die sozialen Netzwerke wird laut "Jugend Eine Welt" viel Unsinn verbreitet, darunter die Empfehlung, Zwiebeln zu essen, um sich vor dem Virus zu schützen. Auch das Gesundheitsministerium habe derlei Gerüchten widersprochen.

 

129 mutmaßliche Ebola-Fälle wurden laut "Jugend Eine Welt" seit Anfang August identifiziert, 89 Menschen starben an der Seuche, die vor allem durch Körperflüssigkeiten übertragen wird. Ein besonders besorgniserregender Todesfall ereignete sich vergangene Woche in Butembo, einer Großstadt mit über einer Million Einwohnern. Die betroffene Frau war aus der Kleinstadt Beni geflohen, weil sie sich nicht behandeln lassen wollte. Nun ist die Angst groß, dass sich die Epidemie auch in Butembo ausbreiten könnte.

 

"Die nächsten Tage und Wochen werden darüber entscheiden, ob sich die tödliche Seuche weiter ausbreitet oder dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten gestoppt werden kann", sagte Heiserer. Eine Tragödie wie die Ebola-Epidemie, die von wenigen Jahren in Westafrika mehr als 11.000 Todesopfer forderte, müsse unbedingt verhindert werden.