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Herder Verlag
12.09.2018

Ich-bin-Worte als Lebensprogramm

Biblische Meditationen zum Johannes-Evangelium - von Neutestamentler Peter Trummer

 

 

Peter Trummer, er lehrte Neues Testament an der Universität Graz, stellt eine Krise der christlichen Kirchen und vor allem des Gottesbildes fest.

 

Und er betont: „Ist jedoch das vorbiblische Gottesbild bereits vergiftet, kann auch die Bibel nicht mehr wirklich als Lebensbuch, als ein das Leben förderndes Buch wahrgenommen werden.“

 

Trummer zeigt nun anhand der „Ich-bin-Worte“ Jesu im Johannesevangelium, dass die biblische Botschaft dem Leben der Menschen dienen, ja es fördern will.

 

Beispiele für solche „Ich-bin-Worte“ sind: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, „Ich bin das Brot“, „Ich bin der Weinstock“ oder „Ich bin die Auferstehung und das Leben“.

 

Der Neutestamentler legt den Kern der biblischen Botschaft frei, dabei spart er nicht mit Kritik an den Bibelübersetzungen, bis hin zur neuen katholischen Übersetzung aus dem Jahr 2016. Und auch nicht mit Kritik an kirchlichen Entwicklungen, wenn sie nicht dem biblischen Befund entsprechen.

 

Insgesamt ist das ermutigende Buch eine Einladung, sich mit den Texten des Alten und Neuen Testaments intensiver zu beschäftigen.

 

Gewiss, die Texte sind nicht immer auf Anhieb sofort zu verstehen, da gibt es einiges zu kauen. Aber wie schreibt Trummer: „Al dente ist ja nicht nur bei Spaghetti genau das Richtige.“

 

Zu den 21 meditativen Essays kommen lyrische Texte, „möglichst ohne religiöse Sprachspiele“, wie der Autor betont, sowie Bilder seiner gemeinsam mit Josef Wichmann geschaffenen Skulpturen.


Mein Fazit:

Ein anregendes Buch, das zum Kern der Botschaft des Johannesevangeliums hinführt.