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26.08.2018

Papst betet an Wallfahrtsort erneut für Opfer von Missbrauch

Franziskus im Marienwallfahrtsort Knock am Sonntagvormittag.

Bei seinem Besuch im irischen Wallfahrtsort Knock hat Papst Franziskus am Sonntagvormittag, 26. August 2018 erneut für Opfer von Missbrauch gebetet und um Vergebung für das Versagen der Kirche gebeten. Er vertraue der Gottesmutter "insbesondere alle Überlebenden und Opfer des Missbrauchs durch Mitglieder der Kirche in Irland an", sagte er in seiner Ansprache zum traditionellen Mittagsgebet des Angelus. Dabei erwähnte der Papst auch jene Kinder, "die nach der Geburt von ihren Müttern getrennt wurden".

Knock gehört zum Erzbistum Tuam; der Ort war international bekannt geworden, weil 2014 dort anonyme Massengräber mit Knochen von Kindern gefunden worden waren. Sie lagen auf dem Gelände einer von zehn Einrichtungen in Irland, in denen insgesamt rund 35.000 ledige Mütter, sogenannte "gefallene Frauen", untergebracht waren. Diese mussten dort zum Teil Zwangsarbeit verrichten und wurden von ihren Kindern getrennt, die wiederum zur Adoption freigegeben wurden. Einige Opfer dieser von katholischen Orden mit Unterstützung des Staates betriebenen "Mothers-and-Babies-Homes" hatte der Papst am Samstagabend in Dublin getroffen.

In seiner Ansprache am Sonntag betonte Franziskus noch einmal die Aufgabe christlicher Familien, den Glauben zu leben "und für die Geringsten unter unseren Brüdern und Schwestern zu sorgen". In den "Winden und Stürmen" dieser Zeit sollten die "Bollwerke des Glaubens und der Güte sein".

 

45.000 Gläubige waren absolut still

Zuvor hatte Franziskus nach einer Rundfahrt auf dem Platz mit rund 45.000 Gläubigen in der alten Kapelle von Knock still gebetet. Dabei waren auch die Gläubigen auf dem Platz absolut still. Vor der Marienstatue in der Wallfahrtskapelle hinterließ der Papst, der ein Marienverehrer ist, einen goldenen Rosenkranz als Geschenk an die Gottesmutter Maria.

Die Wallfahrt nach Knock begann, nachdem im August 1879 mehrere Menschen berichtet hatten, vor einer Giebelwand seien ihnen Maria, der Heilige Josef sowie Johannes der Evangelist erschienen. Kirchliche Untersuchungen bestätigten die Aussagen später als glaubhaft. Nachdem der Andrang der Pilger im 20. Jahrhundert sprunghaft gestiegen war, wurde ab 1974 eine größere Basilika gebaut, die 1976 geweiht und 1979 auch von Johannes Paul II. bei seiner Irlandreise drei Jahre später besucht wurde.