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Herder-Verlag
10.08.2018

Religiöse Herzensbildung

Können auch Juden das "Vaterunser" sprechen? Ein Buch gibt Antworten.

 

 

Das Vaterunser ist jenes (bis heute populäre) Gebet, das Jesus nur als Jude seine jüdischen Jünger hat lehren können. Viele Christinnen und Christen hatten und haben diese jüdischen Wurzeln nicht immer vor Augen.

 

Wer aber das Alte und Neue Testament aufschlägt und zu lesen beginnt, dem wird dies beim Lesen des Vaterunsers in der längeren Version des Matthäus und der kürzeren des Lukas deutlich. Jesus nennt den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs seinen „Vater“, auch seine Jünger dürfen ihn „Vater“ nennen.

 

Rabbiner Moshe Navon und der Bochumer Neutestamentler Thomas Söding legen mit ihrem gemeinsamen Buch über das Vaterunser einen kleinen, aber wesentlichen Beitrag zur Vertiefung des jüdisch-christlichen Gesprächs und der Geschwisterliebe vor.

 

Die theologischen Unterschiede werden nicht verwischt, sondern zu einem Mittel des tieferen Verstehens der jüdischen und christlichen Gebets-Tradition.

 

Das jüdische „Amida“-Gebet und das Vaterunser werden neu erschlossen.

 

Beide Autoren schreiben in ihrem Vorwort: „Im Vaterunser fließt das Herzblut Jesu, den Juden als ihren Bruder erkennen und Christen als ihren Messias bekennen können. Eine jüdisch-christliche Exegese des Vaterunsers ist religiöse Herzensbildung.“ Das Buch gibt Antworten auf Fragen wie: Wie sehen jüdische Menschen das Vaterunser heute? Wie sehen Christen die Juden, die sich ernsthaft um das Vaterunser kümmern?

 

Mein Fazit:

Ein äußerst empfehlenswertes Buch, das hilft, die Gebetspraxis des Judentums und des Christentums neu zu entdecken.