
Die Kapelle ist voller „sprechender“ religiöser Symbole und dient damit dem ganzheitlichen, Leib und Seele umfassenden Genesungsprozess der Patienten, die diesen Kraftort immer wieder gerne aufsuchen.
„Das Kreuz hebt sich aus dem Labyrinth heraus. Das christliche Symbol dominiert den Raum. Es wirkt für das Labyrinth wie eine tragende, Orientierung-gebende Struktur“, erläutert der Krankenhausseelsorger des Landesklinikum Thermenregion Baden, Alexander de Antoni, das theologische Konzept der neugestalteten Kapelle: „Das Kreuz selber ist ein Teil dieses verschlungenen Pfades: offen, durchlässig, bewegt. Die Kreislinien umtanzen das Zentrum in spielerischer Weise. Einerseits bleiben sie konzentrisch geordnet, andererseits schlängeln sie sich kreativ und unberechenbar.“
Das Labyrinth als Symbol für den Weg führt die betrachtende Person immer auch hinein in den eigenen Lebensweg, wo sich die großen philosophischen Fragen erheben: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Mensch? Was ist der Sinn meines Lebens?
„Das Labyrinth ist ein unübersichtlich verschlungener Weg, der immer unberechenbar bleibt, der lustvoll neugierig macht“, sagt de Antoni: „Wer niemals aufhört, dem Weg zu vertrauen, wird am Ende vom äußersten Ring fast direkt zur Mitte geführt: da offenbart sich der scheinbare Widerspruch, dass jeder Schritt, der im subjektiven Erleben die Distanz zum Ziel zu vergrößern schien, diesem tatsächlich näher gekommen ist. Das Ankommen verbindet sich mit einem Gefühl von Heimat und Geborgenheit.“ Die Grundbotschaft des Labyrinths heiße deshalb nicht „verloren gehen“, sondern „Vertrauen“.
De Antoni: „Patientinnen und Patienten erleben oft eine große Vielfalt verwirrend-widersprüchlicher Emotionen. Zwischen Ängsten, Zweifeln, Vertrauen und Hoffnungen pendelnd, können sie sich in den Spannungen des Labyrinths wiederfinden.“
Das „Heptagon“ („Siebeneck)“ ist die bestimmende Form in der Kapelle, diese biblische Symbolzahl steht für „Vollkommenheit“.
Die verwendeten Materialen bleiben nahe an der Natur – was das Ursprüngliche, Existentielle betont. Die „erdigen“ Farben Braun, Rostbraun und Beige kontrastieren und ergänzen sich harmonisch.