Papst Franziskus hat die Laschheit vieler Christen kritisiert. "Viele Getaufte leben, als ob es Christus nicht gäbe: sie wiederholen Gesten und Zeichen des Glaubens, aber diesen entspricht keine echte innere Haltung zu Jesus und seinem Evangelium", sagte der Papst am Sonntag, 8. Juli 2018 beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom. Jeder Christ aber sei gefordert, seine Beziehung zu Christus vertiefen und dies durch ein Leben zu bezeugen, das sich durch gelebte Nächstenliebe auszeichne.
Dabei erinnerte der Papst daran, dass Gott oft durch das Leben kleiner, scheinbar unbedeutender Menschen wirke. Schon die Bewohner von Nazareth hätten Jesus abgelehnt, "den Zimmermann, den Sohn der Maria", dessen Verwandtschaft man doch kenne. Gott sei für die Menschen damals zu groß gewesen, als dass er durch einen so einfachen Mann hätte sprechen können. Dies geschehe immer wieder.
Als Beispiel nannte Franziskus Mutter Teresa von Kalkutta - "eine kleine Nonne, für die damals keiner zehn Pfennig gab". Sie sei auf die Straßen gegangen, um sterbende Menschen aufzunehmen. Mit ihrem Gebet und ihrem Werk habe sie "Wunder bewirkt. Die Winzigkeit einer Frau hat das karitative Werk der Kirche revolutioniert", so Franziskus. Dies zeige: Gott entspreche keinen menschlichen Klischees. Um sich ihm aber zu öffnen, brauche es Glauben.
Auf den Petersplatz waren auch zahlreiche Pilger aus Brasilien mit Fahnen ihres Landes zum Angelusgebet gekommen. Papst Franziskus richtete an sie einen besonderen Gruß und nahm dabei auf das Ausscheiden der größten WM-Hoffnung seines Heimatkontinents bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland - beim Viertelfinalspiel am Freitag gegen Belgien mit 1:2 - Bezug. "Ich sehe dort brasilianische Fahnen und grüße die Brasilianer. Nur Mut - beim nächsten Mal klappt es!", so Franziskus.