Fleißig soll er gewesen sein und klug – der biblische Jakob. Dazu ausdauernd, aber auch listig und bereit, für das Erreichen seiner Ziele rücksichtslos vorzugehen. Immer bereit, sich einzusetzen und etwas dazuzulernen – was im Laufe seines Lebens bedeutete: Schuld, konkret seine Schuld, zu sehen und mit sich selbst, seinen Mitmenschen und in letzter Konsequenz auch mit Gott zu ringen und zu kämpfen. Von seiner Mutter ist er innig geliebt worden, mehr noch als sein Bruder Esau.
Beim Kinderbibelwochenende in Grametschlag in der Buckligen Welt
Anfang September wird er und sein Leben im Zentrum des Programms stehen.
Aber warum fiel die Wahl gerade auf Jakob? „Jakob ist einer der Erzeltern unseres Glaubens, von ihm erzählt das Alte Testament zutiefst menschliche Begebenheiten“, sagt Sabine Kräutel-Höfer, Leiterin des Referats für Bibelpastoral und Pastoralassistentin im Vikariat Süd: „In Genesis Kapitel 25 bis 35 erfahren wir etwa über seine Beziehung zu seinen Eltern, sein schwieriges Verhältnis zu seinem Bruder Esau und die damit verbundenen Gewissensbisse.
Auch über Jakobs Erfahrungen der Nähe Gottes an der Himmelsleiter wird hier berichtet. Ein Kampf mit Gott verändert ihn und so erhält er einen neuen Namen: Israel – der Gottesstreiter.
Jakob-Israel wird Vater von einer Tochter und von zwölf Söhnen, aus denen die zwölf Stämme Israels hervorgehen. Er entdeckt immer wieder, dass Gott mit ihm unterwegs ist und dieser Weggemeinschaft wollen wir uns anschließen.“
„Dieser Weggemeinschaft anschließen“, das bedeutet im Falle des Kinderbibelwochenendes auch spielerisch herauszufinden, was eben dieser biblische Jakob mit uns heute zu hat. Anders gesagt: Was ein Mann, der vor so langer Zeit gelebt hat, etwa im 18. Jahrhundert vor Christus, mit meinem Leben heute zu tun hat.
Viele Fragen werden die Kinder und Jugendlichen deshalb auf dem Kinderbibelwochenende begleiten:
„Am Samstag werden die Kinder und Jugendlichen in altersgerechter Form und auf kreative Weise bei ganz unterschiedlichen Stationen die Möglichkeit haben, ungewöhnliche Erfahrungen zu machen, etwas auszuprobieren, ihr Leben zu bedenken und dabei viel Spaß zu haben: Am Bach werden sie eine Brücke aufeinander bauen, unter der Himmelsleiter liegend werden sie dazu angeregt, ihren Sehnsüchten gedanklich nachzuspüren und im Wald üben sie tarnen und täuschen.
Aber nicht nur die biblische Figur des Jakob, das zutiefst Menschliche an ihm, soll den Kindern auf dem Kinderbibelwochenende mit diesen Aktionen vermittelt werden. „Die Kinder sollen einmal mehr erfahren, dass Gott mit uns mitgeht – in jeder Situation unseres Lebens“, sagt Sabine Kräutel-Höfer: „Wie bei Jakob ist er manchmal versteckt und manchmal ganz offensichtlich in unserer Nähe, manchmal fordert er uns heraus und manchmal überschüttet er uns mit Segen, immer aber ist er da.“
Die Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen bei den Stationen am Samstag machen, werden dann am Sonntag bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel aufgegriffen, noch einmal mit Jakobs Erfahrungen in Beziehung gesetzt und auf Gott hin gedeutet.
Übernachtet wird am Biobauernhof der Familie Trenker. „Wir schlafen in Zelten, kochen und essen gemeinsam, sitzen am Lagerfeuer und musizieren“, sagt Sabine Kräutel-Höfer: „Das Biotop lädt zum Plantschen ein. Besonderen Spaß verspricht auch das Bauerngolf, bei dem mit Gummistiefeln geworfen wird und es darum geht, verschiedene Ziele möglichst gut zu treffen.“
Alle Kinder ab 7 Jahren sind herzlich willkommen. „Ihr könnt als Gruppe oder auch alleine kommen“, ermuntert Sabine Kräutel-Höfer: „Biblische Vorkenntnisse sind nicht nötig.“
Für Ministranten, Jungschargruppen, Pfadfinder, oder andere Kinder- und Jugendgruppen ist das Kinderbibelwochenende die Gelegenheit nach den Sommerferien, miteinander wegzufahren und eine erlebnisstarke Zeit über die Pfarrgrenzen hinweg zu erleben.
Jugendliche über 14 Jahren sind ebenfalls eingeladen dabei zu sein und mitzuhelfen – bei den Stationen, in der Küche, als Begleiter einer Kindergruppe, beim Musizieren . Und sie zahlen bei Mitarbeit nichts.
Das Wochenende steht zudem unter dem Anspruch der ökologischen Verträglichkeit, der Nachhaltigkeit und des respektvollen Umgangs miteinander.
„Ganz in der Spur von Papst Franziskus wollen wir an diesem ersten Wochenende nach den Sommerferien die Freude am Glauben und die Liebe zur Schöpfung leben“, sagt Sabine Kräutel-Höfer: „Und das alles wird uns in das neue Arbeitsjahr kraftvoll hineintragen.“