Freitag 22. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

19.06.2018

Katholischer Familienverband traf Bildungsminister Faßmann

Themen waren Rolle der Eltern in der Bildung, Deutschförderklassen und Ethikunterricht.

Über ein "sehr offenes und fachlich tiefgehendes Gespräch" zwischen Bildungsminister Heinz Faßmann und Vertretern des Katholischen Familienverbandes Österreich (KFÖ) hat KFÖ-Vizepräsidentin Astrid Ebenberger in einer Aussendung am Dienstag, 19. Juni 2018 berichtet. Einig sei man sich darin gewesen, dass die Eltern im Idealfall genau so wichtige Bildungspartner für ihre Kinder sein sollten wie die Lehrpersonen, zog Ebenberger ein positives Resümee über den Antrittsbesuch, an dem auch KFÖ-Präsident Alfred Trendl teilnahm. Zur Sprache kamen dabei neben der Rolle der Eltern in der Bildung auch die geplanten Deutschförderklassen und ein etwaiger verpflichtender Ethikunterricht.

 

Wegen des steigenden Nachhilfebedarfs hatte die Arbeiterkammer zuletzt gefordert, dass das Lernen und Üben in der Schule stattfinden sollten. Minister Faßmann und die Familienverbands-Delegation betonten demgegenüber die Pflicht der Eltern, sich an der Bildung der Kinder zu beteiligen. Ebenberger appellierte in der Aussendung an die Eltern, den Kindern auch unverplante Zeit zu gönnen und sie nicht mit Freizeitaktivitäten zu überfordern: "Das Interesse der Eltern darf primär nicht darin liegen, die Kinder in die von ihnen intendierte Ausbildung zu pushen. Sie müssen auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kinder hören und sie entsprechend unterstützen."

 

Dies sei auch in der laufenden Debatte über die neuen Arbeitszeitregelungen mitzudenken, forderte Astrid Ebenberger. Wenn sich Eltern - aus welchem Grund auch immer - nur wenig oder gar nicht am Bildungserwerb ihrer Kinder beteiligen könnten, "muss es kostenlose Nachhilfeangebote geben".

 

Für Ethikunterricht fehlt es an Geld

"Nachvollziehbar" sei für den Bildungsminister die Forderung des Katholischen Familienverbandes, verpflichtenden Ethikunterricht für jene Schülerinnen und Schüler einzuführen, die keinen Religionsunterricht besuchen. Dass Faßmann "aus budgetären Gründen bremst", bedauerten die KFÖ-Vertreter.

 

Beruhigt zeigte man sich beim Familienverband über die Ausgestaltung der geplanten Deutschförderklassen: "Der Bundesminister hat uns zugesichert, dass es nicht nur um reines Vokabel- und Grammatikpauken gehen wird, sondern den Schülerinnen und Schülern die Sprache im Rahmen eines kontextbezogenen Sach-, Fachunterrichts vermittelt wird", berichtete Ebenberger. Sie unterstrich, wie wichtig eine schnelle Wiedereingliederung in den eigentlichen Klassenverband für den weiteren Spracherwerb sei.