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19.06.2018

Aug in Aug mit Papst Franziskus

Der Papst als Kinoheld

 

 

Wim Wenders staunte nicht schlecht, als eines schönen Tages ein Brief aus dem Vatikan bei ihm ins Haus flatterte, in dem er gefragt wurde, ob er einen Film mit Papst Franziskus drehen wolle.

 

Es war die Idee des damaligen Kommunikationschefs im Vatikan, Dario Edoardo Viganò. Den Film sollte Wim Wenders ganz alleine machen, der Vatikan bot ihm lediglich die Möglichkeit, den Papst zu interviewen und öffnete für ihn sein Archiv.

 

Es war ein einmaliges Angebot und Wim Wenders nahm es an. Er recherchierte mehr als zwei Jahre und sprach insgesamt acht Stunden lang mit Papst Franziskus.

 

Für die Interviews verwendete er einen umfunktionierten Teleprompter: Er selbst befand sich während der Gespräche in einem anderen Raum, Franziskus konnte ihn nur im Teleprompter sehen. Der Effekt dieses technischen Kunstgriffs ist, dass der Papst direkt in die Kamera schaut – und damit uns Zuschauern in die Augen.

 

Wim Wenders schafft auf diese Weise eine so persönliche Atmosphäre, als würden wir selbst dem Papst gegenübersitzen und mit ihm reden. Franziskus Worte werden unmittelbar und enorm eindringlich.

 

Ein Film mit dem Papst

 

Trailer

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Es sind diese Worte, um die sich der Film dreht, Franziskus‘ Ideen, Gedanken und Überzeugungen stehen im Mittelpunkt von Wim Wenders neuestem Werk.

 

Wim Wenders versteht seine Dokumentation „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ nicht als Film über den Papst, sondern mit ihm.

 

Es geht nicht um Franziskus’ Biografie, sondern um seine Botschaft. Und die heißt kurz und bündig: Wir ­haben viel zu tun – tun wir es gemeinsam.


Umwelt, Gerechtigkeit, Frieden

Die Armut in der Welt nennt Franziskus einen Skandal und er räumt ein, dass auch in der Kirche viele der Versuchung des Reichtums erliegen. Die Menschen seien taub und gleichgültig gegenüber dem Leid anderer.

 

„Ein Priester“, sagt der Papst in Wim Wenders Film, „soll wenig reden, viel zuhören und den Menschen immer in die Augen schauen“. Den Heiligen Franziskus beschreibt er als „Apostel des Ohres“.

 

Wim Wenders streicht die Gemeinsamkeiten zwischen dem Heiligen des 13. Jahrhunderts und dem heutigen Papst heraus: die Sorge um die Armen, den Einsatz für den Frieden zwischen Völkern und Religionen und das
Engagement für die Umwelt. Franz von Assisi lässt er dabei in Stummfilm-
Anmutung in Szene treten.


Rotz und Tränen

„Er ist wirklich einer der mutigsten Menschen, denen ich je gegenübergestanden bin“, sagt Wim Wenders auf „Vatican News“ über Franziskus. Und er gehe gerade dorthin, wo kein Politiker seinen Fuß hinsetze.

 

So zeigt uns Wim Wenders den Papst in Flüchtlingslagern, Krankenhäusern oder Gefängnissen, in denen er hartgesottene Sträflinge zu Tränen rührt. Im US-amerika­nischen Kongress weinen die Abgeordneten, als Franziskus zu ihnen spricht.

 

Den Emotionen können sich auch die Zuseher nicht entziehen. „Mich hat’s tatsächlich ergriffen“, gesteht zum Beispiel Berufs-Zyniker und Agnostiker Dirk Stermann in der ORF-Show „Willkommen Österreich“. Sein Pendant Christoph Grissemann meint: „Man kann sich diesem sympathischen Zauber, den der Papst ausstrahlt, kaum entziehen.“

 

Regisseur Wim Wenders bestätigt: „Auch Atheisten, die den Film gesehen haben, haben Rotz und Tränen geheult.“ Packen Sie also Taschentücher ein und schauen Sie sich das an!