Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz am Mittwoch, 6. Juni 2018 auf dem Petersplatz die Bedeutung der Herz-Jesu-Verehrung betont. Anlass war das bevorstehende weltkirchliche Herz-Jesu-Fest am 8. Juni.
"Am Freitag findet das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu statt. Ich lade euch ein, während des gesamten Monats Juni zum Herzen Jesu zu beten und durch die Nähe zum Herzen Jesu die Priester zu unterstützen, damit sie Bilder dieses Herzens voller barmherziger Liebe sein können. In besonderer Weise denke ich auch an die Jugend, die Alten, die Kranken und die Jungvermählten. Schöpft aus dem Herzen Jesu geistliche Nahrung des Lebens, denn genährt von Christus sollt ihr neue Menschen sein, in der Tiefe verwandelt durch die göttliche Liebe", sagte der Papst.
Das Herz-Jesu-Fest kam im 17. Jahrhundert durch die Ordensgemeinschaften der Oratorianer und Salesianerinnen in die Weltkirche. In der Bibel, besonders bei Johannes, steht Herz für "das gesamtmenschliche, leib-geistige Personleben". Die Kirchenväter sahen die Verbindung vom Herzen Jesu - seiner Wunde am Kreuz, aus der Blut und Wasser flossen - zum Ursprung der Kirche und der Sakramente. Daran knüpfte die Theologie und Mystik seit dem 12. Jahrhundert an. Stand schon hier die Liebe Christi im Vordergrund, betonte die Devotio Moderna des 14. Jahrhunderts besonders diesen Aspekt. Wie deren bedeutendstes Werk - die "Nachfolge Christi" des Thomas von Kempen (um 1380-1471) - forderte die religiöse Bewegung eine persönliche Beziehung zu Gott.
Der Oratorianer Johannes Eudes (1601-1680) feierte erstmals 1672 in seiner Gemeinschaft ein Herz-Jesu-Fest. In den folgenden Jahren setzte sich die Salesianerin Margareta Maria Alacoque (1647-1690), unterstützt vom Jesuitenorden, dafür ein.
Doch erst 1856 führte Pius IX. das Fest für die ganze Kirche ein. Im 19. Jahrhundert breitete sich die Verehrung des Herzens Jesu zur Abwehr politisch-kirchenfeindlicher Angriffe aus. Staaten, Völker und der Erdkreis wurde ihm mehrfach feierlich geweiht, so 1899 die Kirche durch Papst Leo XIII., 1915 Österreich durch Kardinal Friedrich Gustav Piffl, 1925 die Welt durch Pius XI. In diesen Jahrzehnten wurden auch zahlreiche Herz-Jesu-Kirchen errichtet.
Der Termin des Hochfestes "Heiligstes Herz Jesu" kam mit der Neuordnung des liturgischen Kalenders (1969) auf den dritten Freitag nach Pfingsten. Auch der erste Freitag im Monat bzw. dessen Vorabend stehen im Zeichen dieser Idee. In Tirol wird das Fest seit 1796 jeweils am zweiten Sonntag nach Fronleichnam feierlich begangen. Neben Hochämtern, Ansprachen und Prozessionen sind Bergfeuer am Herz-Jesu-Fest weit verbreitet.