Gewiss, es gibt eine Heiligkeit, die unsere Kirche mit einem intensiven und oft jahrelangen Verfahren gleichsam offiziell feststellt. Oft sind diese männlichen und weiblichen Heiligen dann auch weit außerhalb der Reichweite für „normal- sterbliche“ Katholiken.
Nun, von dieser Heiligkeit spricht Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben nicht. Es geht ihm vielmehr um einen Weg der Heiligung, um eine Art christlichen Lebensstil, der für jeden und jede lebbar ist.
Unser Papst verknüpft ganz klassisch biblisch Gottes- und Nächstenliebe und leitet daraus seinen Weg der Heiligkeit ab.
Franziskus bezieht sich ganz konkret auf zwei biblische Grundtexte: einerseits auf die „Bergpredigt“ (Matthäusevangelium, Kapitel 5, Verse 3 bis 12) und andererseits auf die sogenannte „WeltgerichtsRede“ (Matthäusevangelium, Kapitel 25, Verse 31 bis 46), wo die Werke der Barmherzigkeit den Maßstab für das Handeln bilden.
Papst Franziskus bringt sein Anliegen so auf den Punkt: Das Christentum ist dazu da, „gelebt zu werden; wenn es auch Gegenstand von Reflexion ist, so hat dies nur Wert, wenn es hilft, das Evangelium im Alltag zu leben.“
Und eine weitere Franziskus-Perle in diesem Schreiben lautet: „Fürchte dich nicht davor, dich vom Heiligen Geist führen zu lassen. Die Heiligkeit macht dich nicht weniger menschlich.“
Mein Fazit:
Das Buch ist ein meditativer Begleiter für den Alltag. Oft genügen ein paar Sätze als spirituelle Ration für einen ganzen Tag.