Erzbischof Konrad Krajewski (54), Chef der päpstlichen Sozialdienste im Vatikan, ist von seiner Ernennung zum Kardinal kalt erwischt worden. "Ich wollte gerade mit dem Fahrrad aus dem Vatikan raus, als man mir den Tipp gab, ich sollte dem Papst beim 'Regina Coeli' zuhören", sagte der polnische Kirchenmann dem italienischen Informationsdienst "Vatican Insider" am Sonntag, 20. Mai 2018. Die Ankündigung des Papstes beim öffentlichen Mittagsgebet auf dem Petersplatz, Krajewski und 13 weitere Männer zu Kardinälen zu machen, sei für ihn "eine totale Überraschung" gewesen.
Der aus dem polnischen Lodz stammende Krajewski war als junger Geistlicher zunächst für die liturgischen Feiern der Päpste zuständig, bis Franziskus ihn 2013 zum Leiter des Almosenamtes ernannte. Seitdem brachte er Initiativen wie Duschen und einen Friseursalon für Obdachlose auf den Weg. Oft verteilt der Erzbischof auch persönlich belegte Stullen und Lebensmittelpakete an Bedürftige rund um den Vatikan. Den Kardinalspurpur erhält Krajewski zusammen mit den anderen Kandidaten am 29. Juni 2018.